Schnee und Eis

Kein Busverkehr: Leere Stühle an der Waldorfschule

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An der Waldorfschule sind in dieser Woche zahlreiche Schüler nicht zum Unterricht erschienen.

Neuenrade - Seit Tagen gibt es wetterbedingt immer wieder Probleme mit dem Busverkehr in Neuenrade. Probleme macht das vor allem der Waldorfschule. Grund dafür sind einige Besonderheiten.

Etwa ein Drittel der Schüler sei am gestrigen Donnerstag nicht zum Unterricht an der Waldorfschule erschienen, berichtet Claudia Malcus, zuständig für Personalleitung und Öffentlichkeitsarbeit der Schule. Anfang der Woche sei zum Teil nur die Hälfte zum Unterricht erschienen.

Der findet trotzdem statt: Die Lehrer würden aber eher auf Wiederholungen des Unterrichtsstoffs setzen, damit diejenigen, die es nicht zur Schule geschafft haben, nichts verpassen, erklärt Malcus weiter: „Es ist ja schließlich nicht ihre Schuld.“

Der Grund für die Schwierigkeiten liegt einerseits in der Lage der Schule: Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit ist sie per se schon schwieriger zu erreichen als die Schulen in der Innenstadt. Am Mittwoch etwa hatte die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) explizit den Busverkehr zur Waldorfschule eingestellt.

Die rund 800 Meter bis zur Wilhelmshöhe mussten die Schüler dann zu Fuß zurücklegen. Die Schule habe dafür gesorgt, dass sie dort auch sicher ankommen, betont Claudia Malcus.

Viele Schüler kommen von weit her

Außerdem hätten ihre Kollegen Kontakt zu den Eltern aufgenommen, damit diese ihre Kinder abholen konnten. Wer länger bis zur Heimreise warten musste, konnte die Zeit bis dahin in der Schule verbringen.

Eine andere Besonderheit der Neuenrader Waldorfschule ist ihr großes Einzugsgebiet: Viele Schüler kommen von weit her. Wenn etwa in Lüdenscheid – wie mehrfach geschehen – der Stadtverkehr eingestellt wird, dann haben die Waldorfschüler von dort eben ein Problem.

Zur Situation im Märkischen Kreis

Viele Schüler fahren außerdem mit dem Zug bis Werdohl. Fährt von dort kein Bus hinauf nach Neuenrade, stecken die Jungen und Mädchen zunächst im Tal fest, sofern sie den restlichen Weg – je nach Strecke mindestens drei Kilometer – nicht zu Fuß auf sich nehmen.

Diese Probleme haben Burgschule und Hönnequell-Schule nicht: Dort kommen die meisten Schüler zu Fuß, nur wenige blieben dem Unterricht fern. Denn letztlich entscheiden die Eltern bei winterlichen Wetterverhältnissen, ob sie ihren Kindern den Schulweg zumuten können.

Aus Sicht der MVG ein gewöhnlicher Winter

Aus Sicht von MVG-Sprecher Jochen Sulies war der Winter bis jetzt nicht ungewöhnlich. Vor einer Einstellung des Fahrbetriebes oder einzelner Linien stünden immer Meldungen, die die Fahrer oder andere MVG-Mitarbeiter vor Ort geben. „Die Sicherheit hat immer oberste Priorität.“

Komme es zu Problemen, dann nehme ein Mitarbeiter Kontakt zu den Schulen auf, um die Schüler möglichst noch transportieren zu können. „Gerade Blitzeis lässt sich aber sehr schwer vorhersagen“, so Sulies.

Gerade die unvorhergesehen Ausfälle stellten die Waldorfschule vor organisatorische Schwierigkeiten, sagt Claudia Malcus. Um die Situation zu entspannen, möchte sich die Schule deshalb mit der MVG austauschen.

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