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Viele Ideen für „stillen Stadtpark“

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Von: Carla Witt

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Begehung des Friedhofsgeländes: Neuenrader sammeln Ideen für Umgestaltung
.Aufgeteilt in fünf Gruppen starteten die Interessenten zu einer Begehung des Friedhofgeländes, um in diesem Rahmen gemeinsam Ideen zu sammeln. © Witt, Carla

Ein Friedwald oder Hochzeitsgarten, Sitzgelegenheiten und Kunstobjekte: Das Interesse ist groß, die Ideen vielfältig. Mehr als 50 Neuenrader beteiligten sich in dieser Woche an der Veranstaltung zur „Umgestaltung des alten Friedhofs zum Stadtpark“

Neuenrade – Großes Interesse und eine Vielzahl von Ideen: Mehr als 50 Neuenrader beteiligten sich am Mittwochabend an der Veranstaltung zur „Umgestaltung des alten Friedhofs zum Stadtpark“. Dabei wurde eines deutlich: Stadtplanerin Christine Loth wird es wohl nicht gelingen, jede der teils sehr unterschiedlichen Anregungen in einem Entwurf zu berücksichtigen.

Quartiersmanager David Knospe, Bauamtsleiter Marcus Henninger und Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) begrüßten die Teilnehmer auf dem Gelände der ehemaligen Moschee an der Bahnhofstraße. Henninger erklärte, dass es perspektivisch auch um die Überplanung dieses Geländes gehe, das sich im Besitz der Stadt Neuenrade befindet.

„Es wird auf jeden Fall ein Ort der Ruhe bleiben“

Mit Blick auf den oberhalb gelegenen Friedhof stellte er fest: „Es wird in jedem Fall ein Ort der Ruhe bleiben.“ Einen Kinderspielplatz oder etwas ähnliches auf dem parkähnlichen Gelände zu errichten, das sei folglich ausgeschlossen. Und: „Das letzte Wort hat die Kirche beziehungsweise die Friedhofsverwaltung“, unterstrich der Bauamtsleiter.

Aufgeteilt in fünf Gruppen starteten die Interessenten zu einer Begehung des Friedhofgeländes, um unterwegs Ideen zu sammeln, die Quartiersmanager David Knospe und seine Mitstreiter notierten. Dabei kam immer wieder der Zustand einiger Gräber zur Sprache. Tenor: Wenn das Gelände verschönert wird, müssten alle Grabstätten in einen gepflegten Zustand versetzt werden.

Bauhof soll für Instandhaltung und Pflege im Park sorgen

Apropos Pflege: Nach der Umgestaltung werde die Stadt Neuenrade, also der Bauhof, für die Instandhaltung der Wege und den Grünschnitt im Park sorgen. Einige Teilnehmer bezweifelten, dass das gelingen könnte: Die Bauhofmitarbeiter kämen schon jetzt mit den Arbeiten im Stadtgebiet kaum noch nach, hieß es.

Doch nicht nur Kritik war zu hören. Die Entscheidung, die Neuenrader mit in die Umgestaltung des Areals einzubeziehen, wurde von mehren Teilnehmern ausdrücklich gelobt.

Nach einer guten Stunde machte sich Quartiersmanager Knospe auf dem Moscheegelände daran, die gesammelten Ideen-Stichpunkte an zwei Tafeln zu heften. Ganz unterschiedliche Anregungen waren zu lesen: Ein Friedwald, damit die Neuenrader nicht mehr in die Nachbarstadt Balve ausweichen müssten, könnte auf dem Friedhofsgelände angelegt werden.

Vom Babywald über Stadtgeschichte bis hin zu Yoga

Im Gegensatz dazu stand auch ein Babywald beziehungsweise ein Hochzeitsgarten auf der Wunschliste. Ein Teilnehmer konnte sich – passend zum Thema Besinnung – Yoga-Angebote im Park vorstellen. Andere wünschten sich, dass Stadtgeschichte auf dem Gelände erlebbar wird; beispielsweise mit Tafeln, auf denen die Geschichten der Verstorbenen zu lesen sein könnten, die dort beerdigt sind.

David Knospe fasste einige Punkte zusammen, die mehrfach genannt worden waren. „Ein kleiner Trend lässt sich schon erkennen“, stellte er fest – und nannte etwa Beleuchtung und Sitzgelegenheiten, die sich zahlreiche Teilnehmer gewünscht hatten. Auch Kunstobjekte sowie die weiteren Stichworte Ruhe und Besinnung, Gräberpflege und Stadtgeschichte tauchten immer wieder auf.

Weiter bilanzierte Knospe, dass sich viele Teilnehmer ein neu strukturiertes Gelände mit gut begehbaren und pflegeleichten Wegen wünschen würden. Der Erhalt des Baumbestandes wurde ebenso thematisiert wie der alte Friedhof als besondere Nische und Rückzugsort für die heimische Tierwelt.

Weg zur Umgestaltung ist ein offener Prozess

Bevor Stadtplanerin Christine Loth an die Arbeit geht, um einen Vorentwurf zu erstellen, müsse mit der Friedhofsverwaltung über die Ideen gesprochen werden, sagte Marcus Henninger. „Wir müssen sehen, was machbar ist.“ Der Weg zur Umgestaltung sei zudem ein offener Prozess, unterstrich der Bauamtsleiter: „Wer jetzt noch Vorschläge und Ideen hat, kann diese gerne noch zeitnah einbringen.“

Ideensammlung: Anregungen zur Umgestaltung des Friedhofsgeländes nimmt das Quartiersmanagement unter Tel. 0 23 92 /69 31 38 oder per E-Mail an quartiersmanagement@stadt-neuenrade.de entgegen.

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