Viele gastfreundliche und hilfsbereite Menschen

Elstar und Egon Martin unterwegs im Bayerischen.

NEUENRADE ▪ Meistens waren es Frauen, die anhielten und sich nach dem Befinden des Duos erkundigten. Wegen mangelnder Aufmerksamkeit mussten sich Elstar und sein Begleiter und Reiter Egon Martin keine Sorgen machen. So kamen Ross und Reiter immer unter und trafen auf der Tour vom Münchener Raum ins heimische Sauerland viele liebenswerte Menschen. Die schlechten Erlebnisse blieben die Ausnahme.

Es war auch eine lange Tour, Martin und Elstar waren länger unterwegs als geplant. Nach dreieinhalb Wochen und 600 Kilometern trafen sie wieder in Blintrop ein. Aber es hat sich sicher gelohnt. Wieder hat der Wanderreiter einen speziellen Landstrich Deutschlands kennen gelernt. Dörfler, Bauern, hilfsbereite Apotheker, Pferdeliebhaber und Menschenfreunde. Er erfuhr von Schicksalen und machte die Erfahrung, dass ausgerechnet wildfremde Menschen ihm zuweilen ihr Herz ausschütteten. Es war eine schöne Tour, Egon und Elstar haben sich gut amüsiert. Und unter dem Strich scheint klar: Die Deutschen sind ein gastfreundliches Volk.Aber die Menschen in den diversen Regionen haben schon ihre Eigenheiten. Und es gibt eine andere Kneipenkultur. Da hängt niemand am Tresen, denn davor stehen die Tische und wer die Kneipe betritt, der klopft höflich auf den Tisch. Und meist, wenn Egon Martin die gastliche Stätte verließ, da hatte jemand schon sein Bier bezahlt. Selten auch, dass man Ross und Reiter zur Kasse gebeten hat. Im Gegenteil: Wenn es um Futter fürs Pferd oder eine Mahlzeit für den Reiter ging, dann wurde das manches Mal für die beiden spendiert. Nur einmal, auf einem großen Gutshof, da wurde er richtig zur Kasse gebeten. 35 Euro für die Übernachtung von Elstar - da wurde Egon Martin blass.

Doch vielfach durfte er umsonst übernachten und ein gutes Frühstück gab es noch dazu. Die Unterkünfte waren Hobbyräume, ehemalige Kinderzimmer, Gasträume, aber auch der eine oder andere Stall war dabei. Meistens habe ich ein Bett gehabt: „Die Leute wollten nicht, dass ich im Stall schlafe“. Kein Wunder, dass Egon Martin an das Gute im Menschen glaubt: „Ich habe viele Beweise bekommen, dass die Menschen zur Hilfe bereit sind“. Und er erzählt von dem Kraftfutter für Elstar, das man ihm geschenkt, von dem Apotheker, der ihm teure Medikamente überließ. Und am Ende kam er auch mit seinem eher schmalen Budget für zwei dann auch gut aus.Egon Martin plant auch schon die nächste Tour. Er will mit Elstar Schleswig-Holstein erkunden. ▪ Peter von der Beck

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