Viele Bürger wollen an der Zukunft Neuenrades mitarbeiten

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In Arbeitsgruppen befassten sich die Bürger dann mit Neuenrade oder auch mit den Ortsteilen und entwickelten Vorstellungen wie die Zukunft Neuenrades wohl aussehen könnte.

Neuenrade - „Wofür machen wir das? Nicht für uns, sondern für die Zukunft unserer Stadt“:

So brachte Bürgermeister Antonius Wiesemann den Zweck der Veranstaltung auf den Punkt, zu der sich am Dienstagabend knapp 80 Bürgerinnen und Bürger im Hotel am Kaisergarten eingefunden hatten. Hintergrund war der Auftakt zu einem Prozess, der im Planungsdeutsch als „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ (Ikek) bezeichnet wird.

Die Schlagworte hierzu sind nicht neu und in den vergangenen Jahren schon mehrfach in die Diskussion eingebracht worden: Der demografische Wandel gehört ebenso dazu, wie die Themen Mobilität, Arbeiten, Wohnen, Gesundheit und Klima. Die Zahlen sprechen zum Teil eine deutliche Sprache. So wird Neuenrade in den kommenden Jahren rund 13 Prozent seiner Einwohner verlieren. Um dieser problematischen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, ist das dahinterstehende Förderprogramm des Landes, das noch bis ins Jahr 2020 angesetzt ist, einzig und allein für den ländlichen Raum bestimmt und soll all jenen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die gerade in der Rhein-Ruhr-Schiene oder anderen Ballungsräumen eine angebliche finanzielle Bevorteilung ausmachen. „Schlussendlich geht es um Geld“, sagte auch Stadtplaner Michael Ahn vom Büro Wolters Partner aus Coesfeld, das den Prozess fachlich begleitet.

Das Land wolle weg vom Gießkannenprinzip und stattdessen gezielt und vor allem sinnvoll fördern. Eine intensive Bürgerbeteiligung sei für den Erfolg des Projekts genauso wichtig, wie das Setzen von Schwerpunkten. In diesem Sinne stand nach einer halben Stunde des passiven Zuhörens auch die aktive Mitarbeit auf der Tagesordnung. Für jeden der fünf Ortsteile war hierzu ein Tisch aufgebaut, der zur Diskussion einlud. Auf einer Karte oder einer Stellwand durfte jeder seine Ideen für Affeln, Altenaffeln, Blintrop, Küntrop und Neuenrade vermerken. Während es für Gabriele Hilbert vor allem um bezahlbare Wohnangebote für alleinstehende und ältere Menschen ging, wollte Kirsten Schuppert den ökologischen Aspekt in der Stadtentwicklung gestärkt wissen. „Vor allem mit einem Kleinkind fällt mir auf, dass der Autoverkehr ein ganz großes Problem darstellt“.

Auch berichtete die junge Mutter von einem Aufenthalt in Kanada. Dort gebe es Gartenbeete mitten in der Stadt. „Warum pflanzen wir in Neuenrade nicht einfach mal anstelle von Zierpflanzen einen Johannisbeerstrauch?“. Die Vorschläge waren zahlreich: Die Aktivierung des Kinos als Kulturstätte war ebenso darunter, wie die Freilegung der Hönne oder die gezieltere Ansprache von Touristen. Was noch auffiel: Die Anzahl der Personen an den jeweiligen Tischen spiegelte sehr genau die Größe des Ortsteils wider. Hierzu Michael Ahn: „Dies zeigt auch, dass der Hauptort die Grenze zur Anonymität nicht überschritten hat, was eine enorme Qualität darstellt“.

Sowohl von der Anzahl der Teilnehmer, als auch von den Vorschlägen zeigte sich der Experte begeistert („Bürgerschaftliches Engagement kann man nie genug haben“). Wie geht es nun weiter? Die Mitarbeiter des Planungsbüros werden die Vorschläge zusammenfassen und zudem in mehreren Terminen die Ortsteile besuchen.

 Am 19. Juni geht es zwischen 17 und 19 Uhr nach Affeln und im Anschluss bis 20 Uhr nach Altenaffeln. Am 20. Juni steht dann Neuenrade auf der Tagesordnung. Start ist ebenfalls um 17 Uhr. Küntrop (17 bis 19 Uhr) und Blintrop (19 bis 20 Uhr) werden durch die Kommission dann am 3. Juli begutachtet. Die Treffpunkte werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.

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