Viele Anwohner sind gegen das Projekt Winterlit

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Ein Anwohner und FDP-Mitglieder verfolgen das Geschehen im Planungs- und Bauausschuss

Neuenrade - Einstimmig brachten die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses das Projekt Winterlit einen weiteren Verwaltungsschritt voran. Dabei geht es um die Verfüllung eines gesamten Tals mit Bauschutt, der aus der Region angefahren werden soll.

Das ganze war im August schon öffentlich ausgelegt worden im Rahmen de frühzeitigen Beteiligung. Jede Menge Anwohner hatten reichlich Bedenken gegen das Vorhaben. Die Verwaltung hatte die Belange und Bedenken geprüft und zum Teil eingearbeitet. Der Bauausschuss „empfiehlt nun dem Rat, sich den Empfehlungen der Verwaltung“ anzuschließen. Die Bedenken der Anwohner bezogen sich unter anderem auf eine Zunahme des Autoverkehrs wegen des geplanten Dirtparks, zudem halten sie das Projekt für vorgeschoben, um eine riesige Müllkippe zu rechtfertigen.

 Die Belastungen des Waldes durch die vielen Anfuhren führen sie genauso an, wie eine mögliche Unterspülung des Schuttberges und sehen die Gefahr einer Schlammlawine, vorhandene Fauna werde zudem gefährdet. „Keine riesige Müllhalde im Wald“ fordern sie. Es gibt 44 Unterschriften. 

Andere Anwohner fürchten eine erhöhten Sedimenteintrag und die Gefährdung eines Naturteiches. Zudem befürchten sie Lkw-Verkehr über die frisch sanierte Winterlit. Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte während der Sitzung, dass man „nicht ausschließen kann, dass Lastwagen mal über die Winterlit fahren,“ statt über die Waldwege. „Da können wir Maßnahmen treffen, um Lkw-Verkehr über die Winterlit weitgehend auszuschließen“. Zudem würden viele Details noch im Zuge des Bauantragsverfahrens geregelt. Da werde es unter anderem auch ein Lärmprognose geben. Was mögliche Folgen durch Sedimenteintrag oder Starkregenereignisse anbelange, da liege eine Regelung schon im ursächlichen Interesse der Investoren, die ja nach dem Verursacherprinzip für etwaige Schäden haften müssten.

 Was Naturschutz betrifft, so verweist die Verwaltung darauf, dass am Ende ja die Bedingungen besser werden würden - vor allem für den Eisvogel. Ansonsten wurde auf die Artenschutzprüfungen verwiesen. Diverse Abteilungen des Märkischen Kreises hatten Bedenken und Anregungen vorgebracht: Insbesondere gab es einen Hinweis auf Altlasten des ehemaligen Zementwerkes sowie die Menge von fast 300 000 Kubikmeter. Die Verwaltung verweist hier auf Erfordernisse des Dirtparks und die harmonische Einbettung in die Landschaft. Nur diese Variante, die mit den Radsportverein entwickelt worden sei, passe auch. Bedenken, was Altlasten und die Qualität des Bauschutts betrifft, so verweist die Verwaltung auf ein entsprechendes Qualitätssicherungskonzept. 

Zu Beginn der Sitzung hatte ein Anwohner schon von einem Lastwagen berichtet, der an der Brache Betonreste abgeladen hätte. Die Bauverwaltung wusste davon jedenfalls nichts.

VON PETER VON DER BECK

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