Viel Lob für das Projekt Demenz-Wohngruppe

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Anlässlich des einjährigen Bestehens der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz fand am Samstag ein Tag der offenen Tür im Quartier am Stadtgarten statt.

Neuenrade -  In dieser Form sei die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz unter dem Dach der Trägerorganisation Evangelisches Perthes-Werk im Quartier am Stadtgarten einmalig. Das erklärte Ralf Lohscheller, der für das Perthes-Werk in der Geschäftsbereichsleitung tätig ist, im Rahmen einer Veranstaltung am Samstag –ein Tag der offenen Tür anlässlich des einjährigen Bestehens der Demenz-Wohngruppe.

Lohscheller reihte sich in die Liste der Redner ein, die im Anschluss an eine kurze Andacht auf das erste Jahr des Vorzeigeprojekts blickten.

Was macht das Projekt so besonders? Dieser Frage gingen die Redner aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Grund. Eines hatten alle Reden gemein: Ohne den Namen Ruth Echterhage kam niemand aus. Ihr Engagement sei bemerkenswert, meinte auch Ralf Lohscheller und bezog sich damit keineswegs nur auf die planerischen Herausforderungen, mit denen sich Ruth Echterhage konfrontiert sah. Planung, Bauaufsicht, Ideen-Entwicklung – Ruth Echterhage zog die Fäden, arbeitete eng mit den Fachleuten des Trägers zusammen und kann nun auf ein überaus erfolgreich realisiertes Projekt blicken, das den kranken Menschen ins Zentrum aller Entscheidungen gesetzt hat.

68 Einrichtungen betreibt das Perthes-Werk

68 Einrichtungen betreibt das Perthes-Werk, von Westerkappeln im Norden bis Meinerzhagen im Süden, von Paderborn in Ostwestfalen bis Sprockhövel im Westen. „Wenn die Rahmenbedingungen passen, kommen wir zusammen“, erklärte Lohscheller im Namen des Trägers und ergänzte, dass das Werk im Stadtquartier optimale Parameter vorgefunden und deshalb keine Bedenken gehabt habe, die Trägerschaft zu übernehmen. Das sei auch ein Ergebnis der „ganz hervorragenden Zusammenarbeit mit Ruth Echterhage“, fügte Lohscheller an.

Familiäres Ambiente mit Anbindung an das Quartier

Ein familiäres Ambiente lag dem Konzept zu Grunde, inklusive einer Anbindung an das vielschichtige Angebot im Quartier. Elf Appartements finden sich auf dem großzügig geplanten Grundriss der Wohngruppe. So wird ein Maximum an Individualität gewährleistet, gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die Gemeinschaft zu genießen und am öffentlichen Leben teilzunehmen, wie zum Beispiel in der offenen Küche oder dem benachbarten Cafe Karl.

Wie sieht die Zukunft in der Pflege aus? Die Gesellschaft altert, die Zahl der erkrankten Menschen wird im gleichen Maße zunehmen. „Wir werden einen Mix aus den unterschiedlichen Betreuungsmodellen haben“, sagt Lohscheller und bezieht sich dabei auf die stationäre und private Pflege sowie die Pflege in Wohngruppen, wie sie in Neuenrade seit einem Jahr sehr erfolgreich umgesetzt wird. Ein Projekt mit Vorzeigecharakter, das den Pflegenotstand aufgrund einer privaten Initiative ein Stück weit reduziert habe, wie Reinhold Spiecker in seiner Ansprache erklärte. Eine Verwandte Spieckers lebt in der Wohngruppe und er hat umfangreiche Einblicke in die Arbeit und das Leben im Stadtquartier.

- Von Markus Jentzsch

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