Verschiedene Projekte

Viel Bewegung am Immobilienmarkt: Das tut sich in Neuenrade

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An der Dahler Straße sollen bis zu drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Vermarktet werden die einzelnen Wohnungen (bis zu 100 Quadratmeter groß) als Eigentum

Neuenrade – Die Familie Zahn plant an der Dahler Straße bis zu drei Mehrfamilienhäuser zu bauen. Vermarktet werden die einzelnen Wohnungen als Eigentum. Sie haben jeweils eine Größe von 80 bis 100 Quadratmetern.

Im Untergeschoss befinden sich Tiefgaragen, der Zugang zu den Häusern ist barrierefrei – es gibt einen Aufzug. Schäfer Immobilien aus Balve kümmert sich exklusiv um den Vertrieb der Wohnungen, Architekt Tom Schnabel vom Neuenrader Büro Schnabel Architekten und Ingenieure hat die Häuser konzipiert. 

Wie Makler Schäfer sagte, würden nun „verbindliche Zusagen für die Wohnungen“ gesammelt, dann gehe es an die Bauausführung. Zielgruppe seien „gut situierte Menschen, die sich kleiner setzen wollen“. Es sind laut Schäfer allerdings auch Kapitalanleger in Neuenrade unterwegs, die eine Wohnung erwerben und weiter vermieten wollten. 

Alte Galvanik abgerissen

Immobilienmakler Helmut Schäfer und wohl auch die Investoren im Hintergrund sind zuversichtlich, dass für die neu entstehenden Wohnungen ein Markt in Neuenrade vorhanden ist. Das Projekt Dahler Straße hat dabei seine Geschichte: So stand just dort bis vor ein paar Jahren eine alte Galvanik. Die erwarb der inzwischen verstorbene Peter Zahn – ein Wahlneuenrader und Mäzen. Er ließ die alte, kleinere Fabrik abreißen und das Grundstück sanieren. Damals, 2013, sagte Peter Zahn: „Dort soll eine für Neuenrade angenehme Wohnlandschaft hin.“ Das Ursprungskonzept wird im Prinzip nun fortgeführt: Wie Immobilienmakler Schäfer weiter berichtet, wird sogar ein an der Dahler Straße stehendes Haus aus den 1960er-Jahren abgerissen, um Platz für die neuen Wohnobjekte zu schaffen. Diese sollen nach modernen Kriterien konzipiert werden. Das lassen sich die Investoren auch bezahlen: Für eine Eigentumswohnung mit drei Zimmern und einer Größe von 94 Quadratmetern muss der Käufer 277 000 Euro auf den Tisch legen. 

Dieses Gebäude aus den 1960er-Jahren soll abgerissen werden, um an der Dahler Straße Platz für die Neubauten zu schaffen.

Die Rahmenbedingungen in Neuenrade stimmen jedenfalls: Bis zur Innenstadt ist es von der Dahler Straße aus nur ein Steinwurf, auch Ärzte und Apotheken sind in der Nähe. Zudem kann Neuenrade mit einem guten Kulturangebot punkten, die Infrastruktur stimmt. Die Politik müht sich, das Angebot zu erhalten. Mit dem ersten kommunalen Medizinischen Versorgungszentrum – seit dem Jahreswechsel läuft der Betrieb – wurde ein Baustein errichtet, der die Gesundheitsversorgung auf einem gleichbleibenden Niveau halten oder gar verbessern soll. 

Fördermittel fließen in die Hönnestadt

Zudem wird die Infrastruktur in der Hönnestadt mit Mitteln aus dem Stadterneuerungsprogramm des Landes optimiert. Der Weg in die Metropolregion Dortmund ist relativ flott zu bewältigen; derzeit wird zudem das Straßennetz saniert, Neuenrade und Umgebung bieten zum Beispiel mit der nahe gelegenen Sorpe einen hohen Freizeitwert. 

Nicht nur an der Dahler Straße wird gebaut: Im Innenstadtbereich errichtet eine Volksbanktochter zusammen mit der E-Holding Mehrgenerationenhäuser mit Tiefgarage und Arztpraxis. Ebenfalls in Innenstadtnähe wurde gerade ein großes Mehrfamilienhaus für Mieter errichtet. Und der Bauunternehmer Dietmar Brinkmann, der mit der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis zusammenarbeitet, kauft freie Grundstücke im Innenstadtbereich, um diese Baulücken mit kleine Bungalows auf Mini-Grundstücken zu füllen. Angeboten werden diese Immobilien häufig auf Erbpachtbasis. 

Das Geschäft läuft

Brinkmanns Geschäft läuft: Noch bevor ein einziger Spatenstich erfolgt sei, habe er schon die Häuser verkauft und nicht nur an Selbstnutzer, erzählt Brinkmann. Auch Investoren würden sich melden, um zuweilen gleich mehrere Bungalows zu ordern. Sogar die Neu-Erschließung von Grundstücken mit ehemaligen Industriekomplexen scheint sich angesichts der Marktlage zu lohnen. So erwarb Bauunternehmer Brinkmann auch einen innenstadtnahen Industriekomplex, wo nun mehrere Bungalows und ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. 

Indes: Große Wohnungen, vor allem bezahlbare Mietwohnungen, fehlen in Neuenrade. Ein Blick auf die Internetportale Immoscout, Immowelt und Ebay-Kleinanzeigen offenbart den Mangel. Nur wenige Mietwohnungen werden dort angeboten. Und wenn es denn welche gibt, werden sie sofort vom Markt aufgesogen. Gesucht werden Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, aktuell (7. Januar) gibt es gerade einmal zwei Angebote aus Neuenrade. Ansonsten zeigen die Suchmaschinen bezahlbare Angebote aus Werdohl oder Altena. Manche Unternehmer sind sogar schon wieder dazu übergegangen, extra für die eigene Belegschaft Mehrfamilienhäuser (Drahtwerke Elisental) in Neuenrade zu errichten. 

Private Investoren bauen Mietobjekte

Mietobjekte werden durchaus von privaten Investoren gebaut. Geplant sind welche an der Niederheide, wo sich auch der Aldi-Markt ansiedeln soll. Über den Mietpreis wurde naturgemäß noch nichts bekannt. 

Ältere Mieter oder Käufer sind aktuell das Maß der Investoren. Dabei spielt die Demografie eine Rolle: Der Blick ins Kommunalprofil Neuenrade, bereitgestellt vom Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen, zeigt – zumindest was die Prognosen anbelangt – dass 2040 die nicht unerhebliche Zahl von 4000 Neuenradern älter als 65 Jahre sein wird. 

Neubaugebiet für Jüngere

Diese wollen sicher meist barrierefrei und bequem wohnen. Bleibt zu hoffen, dass diese dann auch eine gute Rente beziehen, um die Objekte bezahlen zu können. Davon ist allerdings auszugehen. Laut Kommunalprofil haben die Neuenrader ein paar tausend Euro mehr pro Jahr zur Verfügung als die Bewohner in Städten ähnlicher Größe. 

Die Neuenrader Stadtplaner haben die Prognosen im Blick. „Wir wollen junge Leute“, sagt Marcus Henninger vom städtischen Bauamt. Deshalb hat die Stadt mit der Fläche Auf dem Felde II nun zwischen Affeln und Altenaffeln ein klassisches Neubaugebiet ausgewiesen. Das wird nach anfänglichem Widerstand einiger Anlieger erschlossen – von Investor Brinkmann. Zielgruppe sind hier eben junge Familien. 

Grundstücke dringend benötigt

Auch andere Player aus Neuenrade sind involviert: Am oberen Beuler Weg soll ein Doppelhaus entstehen. Immobilien Werdes kümmert sich hier. Veit Werdes kann jedenfalls bestätigten, dass der Neuenrader Immobilienmarkt stark in Bewegung ist. „Wir haben jeden Tag acht bis zehn Anfragen. Die Menschen wollen vorzugsweise ins Erdgeschoss, barrierefrei und wenn möglich einen Aufzug, gerne auch ein Bungalow.“ Doch Baugrundstücke für neue Projekte sind in der Hönnestadt eben rar. Veit Werdes sagt angesichts des „Aufstaus von Anfragen“ in Richtung Stadtverwaltung: „Wir brauchen unbedingt Grundstücke, da muss was kommen.“

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