Inzwischen erste Erfolge

Videoüberwachung ausweiten: FDP stellt Antrag

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An der Bahnhofstraße wurden einige Schaufensterscheiben eingeworfen, die Skulpturen an der Villa am Wall mit Farbe beschmiert. Das waren nur zwei von vielen Vandalismusfällen in der jüngeren Vergangenheit.

Neuenrade – Angesichts steigender Zahlen bei der Kriminalität in Neuenrade, sehen die Freien Demokraten dringenden Handlungsbedarf.

In der Tat: In Neuenrade gibt es schon länger ein Problem mit Zerstörungswut. In der Altstadt wurden die Gassenwächter demoliert, die lebensgroße Betonskulptur Oma Herta wird häufiger in Mitleidenschaft gezogen, etliche Schaufensterscheiben an der Bahnhofstraße wurden eingeworfen, es gab Zerstörungen am privaten Weihnachtsmarkt der E-Holding. 

Selbst das Aussetzen einer Belohnung führte in den meisten Fällen nicht zur Ergreifung der oder des Täters. Auch das Allgemeingut der Stadt wurde schon in Mitleidenschaft gezogen: Immer wieder gab es massive Verunreinigungen an Grundschule und Rathaus-Eingang, wo deshalb Kameras installiert wurden, und Farbschmierereien an der Villa am Wall. Demoliert wurden jüngst zudem Sportstätten der Stadt. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) setzte eine Belohnung aus. 

Option: "Mobile Geräte" anschaffen

Eine Maßnahme zeigte inzwischen Erfolg: Die Videoüberwachung an Rathaus und Grundschule. Anlass für die FDP, einen Antrag an den Rat auf die Ausweitung der Videoüberwachung zu stellen. Fraktionschef Michael Hammer, im Hauptberuf Polizist, betont, dass die FDP gegen eine flächendeckende Videoüberwachung sei, gleichwohl aber eine punktuelle Überwachung an „besonders kriminalitätsbelasteten Örtlichkeiten“ befürworte. Es wäre möglich, „mobile Geräte“ anzuschaffen und „situationsabhängig an wechselnden Orten“ zu installieren. Als Beispiel nennt die FDP hier den Bereich Hönnequell-Schule, Bücherei und Sporthalle Niederheide. Sachbeschädigungen dort hätten sich für die Allgemeinheit auf Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro kumuliert. 

Zudem verlangen die Liberalen die Wiederbesetzung der offenen Bezirksbeamtenstelle. Zwei Stellen sind für Neuenrade vorgesehen, nur eine ist derzeit von Polizist Dieter Neuhaus besetzt. Dabei berufen sich die Freien Demokraten auch auf die Kriminalitätsstatistik für Neuenrade, die hier eine „erhebliche Kriminalitätssteigerung“ verzeichne. Während landesweit die Zahl der Straftaten zurückgehe, sei sie in Neuenrade gegenüber 2018 „um 30 Prozent“ gestiegen. 

Steigerung von 72 Prozent

„Besonders bei Straftaten, welche das Sicherheitsgefühl der Bürger maßgeblich beeinflussen, unter anderem Straßenkriminalität mit einer Steigerung von 72 Prozent, ist ein extremer Anstieg zu verzeichnen,“ heißt es in dem Antrag. Unter Straßenkriminalität verstehen die Statistiker der Polizei alle Fälle, die sich auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen ereignen. In der aktuellen Statistik nahm diese Zahl von 55 auf 96 Fälle zu. 

Demnach soll die Verwaltung Kontakt zum Landrat aufnehmen, mit dem Ziel, die zweite Stelle wieder zu besetzen. Man gehe davon aus, dass sich durch verstärkte Präsenz das Sicherheitsgefühl der Bürger nachhaltig stärken lasse. Der FDP-Vorsitzende Michael Hammer und auch sein Stellvertreter und Bürgermeister-Kandidat Jan Schäfer können sich zudem eine Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt vorstellen. „Die FDP steht nach wie vor für Sicherheit und Ordnung,“ heißt es von Hammer. Die Kameraüberwachung am Rathaus/Schulhof sei für die Freien Demokraten ein Schritt in die richtige Richtung. 

Weihnachtsmarkt: Täter konnten gefasst werden

In der Tat kann Videoüberwachung zum Erfolg führen. So hatte die E-Holding den privaten Weihnachtsmarkt-Bereich überwachen lassen und die Täter beim Vandalismus gefilmt. Sie konnten identifiziert werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Stadtverwaltung in der Vergangenheit schon einmal erfolglos um die Wiederbesetzung der zweiten Bezirksbeamtenstelle bemüht hatte.

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