„Verwilderung greift um sich“

NEUENRADE ▪ „Haarsträubend“ – so bezeichnet der gebürtige Neuenrader Gerd Dickehage die Zustände auf dem alten evangelischen Friedhof. Vor allen Dingen das Unkraut, das teilweise auf den Freifläche und Wegen wächst, ist ihm ein Dorn im Auge. Von Carla Witt

Nun hat sich Dickehage schriftlich an den Friedhofsverband gewandt – und gleich einige Fotos mitgeschickt, die bei seinem letzten Friedhofsbesuch vor rund einer Woche, am 15. Mai, entstanden sind. „Die Verwilderung greift um sich“, stellt der gebürtige Neuenrader fest und meint: „Eine Betreuung durch die zuständige Friedhofsverwalung oder durch zuständige Friedhofsgärnter ist nicht erkennbar.“ Bereits 2008 habe er sich über den damaligen Zustand beschwert, ärgert sich Dickehage. „Es ist beschämend die Ruhestätte Neuenrader Bürger in einem solchen Zustand zu sehen. Mehrere Friedhofsbesucher, die ich traf, teilen diese Meinung“, betont er.

Die Gebühren für die Nutzung der Gräber seien für viele Jahre im Voraus gezahlt worden, stellt Gerd Dickehage fest und betont: „Ich bin davon ausgegangen, dass der Friedhof in einem allgemein würdevollen Zustand gehalten wird, auch wenn es den Beschluss zur Schließung gibt.“

Rüdiger Schmale, Pfarrer im Ruhestand und Vorsitzender des Friedhofbeirats, räumte im Gespräch mit unserer Zeitung ein: „Es könne sein, dass der alte Friedhof vielleicht etwas stiefmütterlich behandelt worden sei. Wir hatten mit dem neuen Freidhof sehr viel zu tun“, stellt Schmale fest. Allerdings sei vieles schon bedeutend besser geworden. Zudem könnten Versäumnisse aus der Vergangenheit nicht innerhalb eines Jahres behoben werden.

Dem Friedhofsgärtner könne kein Vorwurf gemacht werden, erklärte der Vorsitzende des Friedhofbeirats. Bezüglich des Unkrauts, das auf den Wegen wuchert müsse man eines wissen: „Bis zum vergangenen Jahr durfte der Gärtner auf dem Friedhof nicht spritzen.“ Dieses Verbot sei nun kürzlich aufgehoben worden, jetzt könnten geeignete Mittel maßvoll eingesetzt werden. Anders könne man dem Unkraut auf den Wegen nicht beikommen.

Problematisch sei allerdings, dass einige der Grabflächen von den Anghörigen der Verstorbenen nicht gepflegt würden: „Diese stören die Optik und das werden wir auch zukünftig nicht verhindern können.“

Rüdiger Schmale versprach, der alte evangelische Friedhof werde in eine sehr schöne Parkanlage umgewandelt. „Die Nebenwege werden begrünt, die Hauptwege mit neuer roter Asche bestreut“, kündigte er an. Zunächst solle allerdings eine neue Zaunanlage entstehen. In diesem Zuge müssten allerdings einige Bäume gefällt werden: „Das ist in Neuenrade bekanntlich nicht ganz einfach“, deutete Schmale an, dass er mit Widerständen rechnet.

Bezüglich des Zeiplans für die Umgestaltung des Friedhofes wollte sich der Beiratsvorsitzende nicht festlegen. „Wir warten auf den Kostenvoranschlag für die Zaunanlage“, sagte Schmale. Allerdings könnten ohnehin nicht alle Planungen auf einmal umgesetzt werden, unterstrich der Geistliche: „Der Haushaltsplan muss stimmen.“

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