Sandra Scheffler nimmt Arbeit auf

Verstärkung für das Ordnungsamt: Diese Aufgaben übernehmen die Mitarbeiter

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Bürgermeister Antonius Wiesemann (links) mit der neuen Mitarbeiterin Sandra Scheffler sowie Horst Scherk und Sabine Rogoli, Abteilungsleiterin des Ordnungsamtes.

Neuenrade - Es ist eine Aufgabe, die nicht jeder so ohne Weiteres erfüllen kann, denn es gibt dabei immer wieder unangenehme Situationen zu bewältigen – das gehört zur Stellenbeschreibung einer Ordnungsamtsmitarbeiterin.

Denn es wird kontrolliert, überwacht, getadelt, aber auch geholfen und Gefahren abgewehrt. Ein resoluter Mensch zu sein ist dabei sicher hilfreich. 

Nun hat die Abteilung von Sabine Rogoli bei der Stadt Neuenrade personelle Verstärkung bekommen: Sandra Scheffler. 15 Wochenstunden wird sie künftig im Einsatz sein. Mit Kollege Horst Scherk, der zehn Stunden pro Woche in diesem Bereich unterwegs ist, entspricht das einer halben Stelle. Das Aufgabenspektrum ist breit gefächert. 

Freilaufende Hunde und Biertrinker

Scherk und Rogoli erläutern, was dabei alles im Detail eben auch in Neuenrade zu tun ist: Adressermittlung fürs Einwohnermeldeamt, ob Leute überhaupt oder tatsächlich dort wohnen, wo sie eingetragen sind. Aber auch abgemeldete Autos fallen in den Zuständigkeitsbereich des Ordnungsamtes. Die Mitarbeiter müssen bei ihren Kontrollgängen durch Neuenrade auch das Biertrinken im Stadtpark untersagen, sich um freilaufende Hunde und deren Herrchen, also um die Einhaltung des Landeshundegesetzes, kümmern. Auch wer seine Hecken und Bäume nicht beschneidet, so dass sie in den Verkehrsraum hineinragen oder Schilder bedecken, der bekommt Besuch oder Post vom Ordnungsamt. 

„Es geht eben um viele Dinge, die das tägliche Leben der Allgemeinheit beeinträchtigt“, sagt Rogoli. Ob Strafzettel an dickfellige Falschparker verteilen, sich um totgefahrene Rehe kümmern, Adressermittlungen oder Menschen auf falsches Verhalten hinweisen – all das gehört zu diesem Job, der eine weitere menschliche Eigenschaft nötig macht. Sabine Rogoli: „Man benötigt Fingerspitzengefühl. Und die Leute müssen verstehen, um was es geht. Bewährt haben sich immer klare Worte, allerdings nett verpackt.“ 

Augenmaß nicht verlieren

Bürgermeister Antonius Wiesemann erläutert die Rathauspolitik: „Es geht nicht darum, die Leute zu bestrafen. Wir weisen auf Fehlverhalten hin, ohne gleich Geld zu verlangen“. Auch der Bürgermeister spricht von Augenmaß. Scherk gibt ein Beispiel. Wenn er jemandem sieht, der falsch parkt, rate er zunächst „beim nächsten Mal aber bitte eine Parkscheibe“ hinter die Frontscheibe des Fahrzeugs zu legen.

Allerdings erklärt der Bürgermeister auch, bei gewissen Verhaltensweisen natürlich nicht mehr tolerant zu sein. „Wer unberechtigt auf dem Behindertenparkplatz steht, der darf sicher nicht mit Nachsicht rechnen“, sagt Wiesemann. Nachsicht gibt es auch eher selten, wenn in den Ortsteilen der Müllwagen nicht durchkommt, weil jemand unglücklich geparkt hat. 

Anekdoten aus dem Arbeitsalltag

Anekdoten aus ihrem Arbeitsleben können die, Ordnungsamtsmitarbeiter einige erzählen. Sie erleben viel bei ihrem täglichen Dienst auf der Straße. Scherk fällt spontan eine Angelegenheit aus Altenaffeln ein. Er war mit einer Aufenthaltsermittlung beauftragt und saß keine fünf Minuten im Auto, um ein Haus zu beobachten. „Plötzlich wurde es dunkel Fahrzeug, weil gefühlt halb Affeln um mein Auto herumstand“, erzählt Scherk lachend. Die Affelner wollten wissen, was er denn überhaupt in ihrem Dorf zu tun habe. Dass er vom Ordnungsamt war, erfuhren die Dörfler zwar, aber die Details natürlich nicht, auch wenn sie diese sehr gerne gewusst hätten. 

Dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes sozusagen auch zu Personen des öffentlichen Lebens werden, daran haben sich langgediente Ordnungskräfte wie Horst Scherk schon gewöhnt. Da werde man häufiger auch mal beim privaten Einkauf in einem Lebensmittelmarkt angesprochen, ob man sich nicht um einen bestimmten Sachverhalt kümmern könne. Sogar „bei einer Beerdigung“ wurde Scherk schon angesprochen. Er sollte sich eben schnell noch um einen Falschparker in einer Kurve kümmern...

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