VerQuer bringt Publikum Flötentöne bei

NEUENRADE – Ein Flötenkonzert der besonderen Art fand am Samstagabend in der Villa am Wall statt. Das Flötenquartett VerQuer begeisterte das Publikum mit einer gekonnt zusammengestellten Auswahl an Stücken aus sämtlichen Stilrichtungen. Von Romina Mester

„Sie werden uns heute schon die Flötentöne beibringen“, stimmte Bürgermeister Klaus Peter Sasse die Anwesenden ein. Das taten dann auch die vier Musiker Katrin Gerhard aus Dortmund, Daniel Agi aus Köln, Britta Roscher aus Wiesbaden und Maximilian Zelzner aus Krefeld. Nicht nur die gewohnt hohen Töne der Querflöte waren zu hören, durch die tiefen Alt-, Bass-, und Kontrabassflöten bekam das Auditorium ganz neue Flötentöne von einem der ältesten Instrumente der Welt geboten. Das war auch bei dem Stück „Ulla in Afrika“ von Heiner Wiberny der Fall. Eigentlich sei er Saxophonist, hat laut Katrin Gerhard aber erkannt, dass sich auf der Querflöte einfach alles besser anhört. Durch die afrikanischen Melodien und den tiefen Klang der Bassflöte entführten VerQuer ihre Gäste auf eine anschauliche Reise über den schwarzen Kontinent.

Zu den akustischen Eindrücken gesellten sich am Samstagabend aber auch visuelle, in Form von beeindruckenden Choreografien. So ahmte das Ensemble bei dem impressionistischen Werk „Quatuor pour flutes“ von Pierre Max Dubois eine Spieluhr nach, die sich immerzu im Kreis drehte. Je nach Schnelligkeit und Lautstärke der gespielten Töne rotierte sie langsamer oder schneller.

Anschließend stellten die vier Flötisten ihr ausgeprägtes Rhythmus-Gefühl unter Beweis. Beim Stück „Rock trap“ prägten Klatschen und Mundakrobatik die Eindrücke.

„Das Stück ‚Come again – Galliard‘ beschreibt die Situation, als Männer noch unterm Balkon standen und wussten, was sich gehört“, beleuchtete Katrin Gerhard den Hintergrund des nächsten Werks. John Dowland komponierte das Stück, das an den Minnesang erinnerte, bereits im 16. Jahrhundert. Anschließend begaben sich VerQuer mit dem Stück „Mariam“ auf einen Exkurs in den lateinamerikanischen Bereich. Die Kontrabassflöte, gespielt von Britta Roscher, legte dabei einen Klangteppich unter die Melodie.

Auch für das Quartett VerQuer war es ein spannender Abend, da viele Flötisten im Publikum saßen. Im Vorfeld hatte das Ensemble mit diesen Flötisten einen Workshop in Werdohl durchgeführt. Zusammen mit den Kursteilnehmern präsentierten sie abschließend das Stück „Jungle Dance“ von Wil Offermans.

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