Amtsgericht

Verkehrssünder aus Neuenrade verurteilt

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Neuenrade - Wegen dreimaligen Fahrens ohne Führerschein hat ein Neuenrader vor Gericht gestanden. Der 43-Jährige hat aber noch mehr auf dem Kerbholz.

Die Geschichte hätte für einen 43-jährigen Neuenrader auch richtig teuer werden können: Nach seinem umfassenden Geständnis im Amtsgericht Altena beantragte die Staatsanwältin eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 80 Euro wegen dreimaligen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Beim dritten Mal war der Mann nach einem von ihm verursachten Unfall, bei dem ein Fremdschaden von mehr als 2500 Euro entstanden war, auch noch geflüchtet. Mehr als das Geld schreckte ihn offenbar eine Verurteilung jenseits der bekannten Drei-Monatsgrenze.

Doch Richter Dirk Reckschmidt hielt eine Geldstrafe nicht für eine angemessene Strafe und entschied anders: Weil der Angeklagte nach dem Unfall zur Ader gelassen worden war und bei der Analyse seines Blutes Kokain und Amphetamine nachgewiesen worden waren, setzte er auf eine dichte Kontrolle der zukünftigen Blutwerte des 43-Jährigen.

Alle drei Monate muss er zum Arzt

Zu diesem Zweck muss er sich im Rahmen einer Bewährungsauflage alle drei Monate zu einem Arzt begeben. Sonst droht die Vollstreckung der verhängten Haftstrafe von fünf Monaten. Dabei blieb sogar noch unberücksichtigt, dass der Angeklagte nach dem Unfall behauptet hatte, nicht er, sondern seine Frau habe am Steuer gesessen.

Dass er bei der Aufnahme der Personalien berichtet hatte, er sei „noch verheiratet“, deutete an, dass das Paar anschließend wohl intensiven Gesprächsbedarf hatte.

Zu der verhängten Haftstrafe kam eine isolierte Sperrfrist für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis von zwei Jahren. Denn der Angeklagte war in der Vergangenheit schon wiederholt wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aufgefallen und entsprechend verurteilt worden.

Der Richter war irritiert

Die drei jetzt angeklagten Taten folgten am 15. und 22. März, wobei sich der Angeklagte am 22. März noch am gleichen Tag wieder ins Auto setzte und in rauschbedingt fahruntüchtigem Zustand den Unfall baute.

„Tut mir leid – es ist so gewesen“, legte er vor Gericht immerhin ein klares Geständnis ab, das der Richter allerdings als „locker, flockig“ empfand. Irritiert über die Art und Weise, wie der äußerst unruhige Angeklagte auftrat, sah er Handlungsbedarf in Bezug auf drohenden zukünftigen Drogenkonsum: „Das ist nicht gut – da müssen Sie dran arbeiten!“

Das Urteil schien den 43-Jährigen einigermaßen konsterniert zu hinterlassen. Er wird sich nun Gedanken machen müssen über sehr zentrale Angelegenheiten seiner Lebensführung.

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