Vergnügliche Hausflurkomödie im Kaisergarten

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Die „Bühnenmäuse“, die Theaterbühne des CVJM Lüdenscheid, spielten in Neuenrade das Stück „Der möblierte Herr“. Regisseurin Petra Schaller deutete an, dass sie sich auch für das kommende Jahr einem Auftritt im Kaisergarten vorstellen kann.

Neuenrade - Die Stasi wäre stolz auf so eine Mitarbeiterin gewesen: Immer voll orientiert über die Geschehnisse in ihrem Mietshaus zeigt sich Rosalinde Käselau. Schrecklich gerne möchte die Klatschbase wissen, welche Geheimnisse sich hinter der Zimmertür ihres Untermieters Max Kolbe verbergen.

Mit ihr mussten die Besucher im fast ausverkauften Kaisergarten bis zum 2. Akt warten, bis sie einen Blick in das Zimmer des „möblierten Herrn“ werfen konnten. 

Die „Bühnenmäuse“, Theaterbühne des CVJM Lüdenscheid, zeigten die Komödie aus der Feder von Werner Schubert (Kiel 1919 – Stalingrad 1943). Regisseurin Petra Schaller versetzte die Handlung allerdings in die 1970er-Jahre. Das hatte Folgen vor allem für die Optik mit sehr prägnanten Farben und Formen. Die Mode lebte nach dem Grundsatz, dass man „alles“ tragen könne. Das sollte sich im Laufe des Abends bestätigen. 

Rosalinde Käselau, resolut, kraftvoll und wirklich mitreißend gespielt von Regina Voß-Passow, eröffnete den Abend mit einem vernichtenden Statement über die Männer: „Die Besten gehen früh, und mit dem Rest muss man sich abplagen.“ 

Interesse an der sozialen Umgebung 

Die Nachbarinnen Irene Wulf (Susanne Gerhardt) und Berta Bliesemann (Steffi Pantack) teilten Käselaus intensives Interesse an der sozialen Umgebung und präsentierten sich als ein Trio voller Wissbegierde und Tatendrang. Und so betätigt sich Rosalinde Käselau in der Wohnung ihres Untermieters mit mäßigem Erfolg als weiblicher Sherlock Holmes. 

Der hätte Modelliermasse sicherlich nicht als Gift verkannt, und ein Buch über den „Barockstil“ nicht zum Anlass für einen bösen Verdacht genommen: „Alle Menschen sind gefährlich, die sich mit so einem dunklen Kram abgeben.“ 

Vor allem hat der gute Max Kolbe, alias Fred Sander (Gerd Heuel), als Bildhauer allen Grund für die spezifische Ausstattung seines Zimmers. Entliebt hat er sich gerade von Olga Barischkowa (Jenny Morales), die ebenfalls nicht gut auf die drei Flur-Schwatzbasen zu sprechen ist: „Ich habe keine Lust, mich von angeschossenen Krähen massakrieren zu lassen.“ 

Liebesgeschichte mit finaler Heirat

Die Dame hatte aber letztlich Stil und trat beiseite für das Happy End zwischen dem „möblierten Herrn“ und der ebenfalls stilbildend gewandeten Marie Wulf (Simone Meykranz). Die angebliche Lasterhöhle verflüchtigte sich zugunsten einer durchaus schicklichen Liebesgeschichte mit finaler Heirat. 

Das alles lebte von den Stilmitteln einer klassischen Hausflurkomödie. Trotz weiterer Akteure und Nebenhandlungen schaffte es das Ensemble, die Handlung zielstrebig, übersichtlich und letztlich sehr vergnüglich zu gestalten. 

Regisseurin Petra Schaller deutete an, dass die CVJM-Bühnenmäuse auch im kommenden Jahr gerne wieder nach Neuenrade kommen würden.

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