„Disziplinierte Neuenrader Autofahrer“

Die Stadt Neuenrade hat für die kommende Woche weitere 26 Tonnen Streusalz geordert.- Archivfoto

Neuenrade - Schnee und Eis verwandelte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Neuenrade und Umgebung in eine weiße Winterlandschaft. Doch der glitzernde Anblick bei Minustemperaturen wurde für die Berufstätigen zum Stressfaktor: Spiegelglatte Fahrbahnen machten den Lkw- und Autofahrern zu schaffen und sorgten für Unfälle, Staus und viel Frust unter den Verkehrsteilnehmern.

Von Benny Finger

Es sei „ein ganz normaler Wintertag gewesen, wenn halt mal über Nacht Schnee fällt und liegen bleibt“, so bezeichnete Dietmar Neuhaus von der Polizei Neuenrade die gestrige Situation auf den Straßen. Der Hauptkommissar musste zwar zu mehreren Unfällen ausrücken – unter anderem gab es um 7.37 Uhr in Altenaffeln und um 8.01 Uhr auf der Neuenrader Straße glättebedingte Unfälle – jedoch erlebte der Polizeibeamte den gestrigen Tag als wenig dramatisch.

„Erfreulich ist, dass es bei den Zwischenfällen zu keinerlei Personenschäden gekommen ist. Man muss die Neuenrader Autofahrer auch mal loben, dass sie sich sehr diszipliniert an die widrigen Umstände angepasst haben“, so Neuhaus.

Auch im Internet bewegte die Neuenrader vor allem eine Frage: „Wie sieht es auf den Straßen aus? Sind die wieder frei?“, war eine mehrfach gestellte Frage in der Facebook-Gruppe. Hier beschwerten sich auch mehrere Bürger, dass an mehreren Stellen es morgens kein Vor und Zurück gab. Mehrfach wurde von querstehenden Sattelschleppern berichtet, die die Straßen versperrten, so dass der normale Durchgangsverkehr keine Möglichkeit hatte, wie gewohnt zu fließen. Oft dient als Blitzableiter für den eigenen Ärger der örtliche Räumdienst als Sündenbock.

„Das Problem hierbei ist, dass viele – vor allem ausländische – Lastwagenfahrer nicht an die winterlichen Bedingungen im Sauerland gewöhnt sind. Trotz der frühzeitlichen Warnung vor Eis und Schnee war auch gestern wieder viel Schwerlastverkehr auf Sommerbereifung unterwegs“, sagte Klaus Peter Korte, technischer Mitarbeiter des Neuenrader Bauamtes. Dies sei auch der Grund für Behinderungen auf der B229 gewesen, wo Autofahrer zum Teil mehr als zwei Stunden im Stau festhingen. Wenn ein Lkw quer stehe, sei auch für die Mitarbeiter der Stadt keine Chance gegeben zu helfen: „Wir kommen dann auch mehr nicht durch“, so Korte.

Räumdienst startet bereits morgens um 4 Uhr

Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes, die mit einem Streu- und Schiebe-Lkw sowie drei kleineren Treckern unterwegs sind, beginnen ihren Winterdienst in der Regel gegen fünf Uhr morgens. „Die ersten Kontrollfahrten beginnen ab vier Uhr. Sind Verhältnisse wie gestern Morgen, beginnen die Kollegen umgehend mit dem Streudienst“, so Krone, der auch für den Winterdienst der Stadt zuständig ist und die Neuenrader Straßen in mehrere Streubezirke unterteilt haben. Schneie es jedoch weiter, so bleibe meist nur Zeit für die Primärstraßen – dies sind unter anderem die Hauptverkehrswege, auf denen auch der Busverkehr durchfährt. „Dann wiederholt sich die Strecke und die Nebenstraßen werden – eher unabsichtlich – vernachlässigt“, rechtfertigte sich Krone, der zu Bedenken gibt, dass die Mitarbeiter der Stadt nicht überall gleichzeitig ihre Arbeit verrichten können. Zudem seien für die Straßen außerhalb Neuenrades, dazu zählt größtenteils auch die Neuenrader Straße in Richtung Werdohl – Straßen.NRW zuständig. „Deren Mitarbeiter sind bei den Witterungsverhältnissen ebenfalls stark ausgelastet. Die müssen ein großes Gebiet abdecken“, weiß Klaus Peter Korte zu berichten.

„Viele Autofahrer sollten einfach mehr Zeit einplanen und morgens früher losfahren“, rät Krone als Lösung, um das Winterchaos auf den Straßen zu umgehen. Die Stadt Neuenrade ist auf mögliches, zusätzliches Eis und Schnee in den nächsten Wochen vorbereitet: Vor zwei Tagen hat Klaus Peter Krone zusätzliche 26 Tonnen Streusalz bestellt, die Anfang der kommenden Woche ins Silo eingelagert werden. „Es ist dann mehr als genug Streumaterial vorhanden, da brauchen wir uns gar keine Sorgen machen.“

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