Neuenrader untergetaucht

Nach Überfall auf Villa: Verdächtiger bleibt verschwunden

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Neuenrade - Der Überfall auf eine 95-Jährige und ihre Pflegekraft war erneut Thema vor Gericht: Einer der Angeklagten ist weiterhin untergetaucht. Er sollte für einen anderen Fall verhört werden.

Als das Landgericht Hagen im April 2017 zwei Angeklagte nach dem Überfall auf eine 95-jährige Seniorin und ihre Pflegekraft in einer Neuenrade Villa zu langjährigen Haftstrafen verurteilte, blieben einige Fragen offen. Allen voran jene nach dem Verbleib eines 23-jährigen Neuenraders, den einer der beiden Hauptangeklagten schwer belastet hatte.

Angeblich hatte er den Tipp für das Ziel des Einbruchs gegeben, aus dem wegen der Anwesenheit der beiden Frauen ein erpresserischer Menschenraub geworden war. Nach Angaben des verurteilten Täters soll der Neuenrader selbst auch an dem Raub in der Villa beteiligt gewesen sein.

Anlässlich eines anderen Verfahrens im Amtsgericht Altena wurde jetzt deutlich, dass der verdächtige Neuenrader sechs Monate später immer noch erfolgreich untergetaucht ist.

Das kleinere Verfahren wurde vorläufig eingestellt

Zunächst hatte er sich im Amtsgericht mit zwei Mitangeklagten wegen einer gefährlichen Körperverletzung verantworten sollen. Mit Blick auf das drohende große Verfahren im Landgericht war das kleinere Strafverfahren gegen ihn im Amtsgericht vorläufig eingestellt worden.

Gefragt ist er dort allerdings als Zeuge eines Geschehens, für das sich nun noch zwei Angeklagte verantworten müssen: Ein 20-jähriger Neuenrader und ein 24-Jähriger aus Schwerte, dem im Raub-Prozess nach dem Überfall auf die Villa eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden konnte.

Seine Lebensverhältnisse scheinen sich allerdings stabilisiert zu haben: Er berichtete von einer Tätigkeit als Maschinen- und Anlagenführer. Seine Freundin, die den großen Prozess im Landgericht intensiv verfolgt hatte, saß erneut im Publikum.

Zwei Männer sollen einen Zeugen verprügelt haben

Bevor die möglicherweise bessere Gegenwart des 24-Jährigen zur Sprache kommen kann, muss im Amtsgericht aber noch eine unangenehme Geschichte geklärt werden: Gemeinsam sollen die beiden Angeklagten am 22. und 23. Mai 2016 in Neuenrade einen Zeugen mit Faust- und Baseballschlägen krankenhausreif geprügelt haben.

Zum Auftakt des Prozesses im Amtsgericht wollten die beiden Angeklagten sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Verhandlung wurde deshalb vertagt. Am 8. Februar sollen Zeugen gehört werden.

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