Videoüberwachung wird ausgeweitet

Vandalismus an der Niederheide: Diese Konsequenzen zieht die Stadt

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Immer wieder Zielscheibe: Die Glasbausteinwand am Hallenbad.

Neuenrade – Man kann die Auswirkungen noch deutlich sehen. Ein gutes Dutzend Glasbausteine an der kleinen Halle an der Niederheide mussten ersetzt werden.

Mutwillig haben Unbekannte die gläsernen Bausteine zerdeppert. Nur ein unangenehmes Ereignis von vielen Vandalismus-Aktionen an und im Umfeld der Schule. 

Die Stadt hat einen Sicherdienst beauftragt, der nun häufiger nach dem Rechten schaut. Die Mitarbeiter übernachtete jüngst sogar in der Nähe des neuen Großspielgerätes neben der Sporthalle, um im Rahmen der Installationsarbeiten mutwillige Beschädigungen zu verhindern. 

Kamera am Durchgang zur Bücherei

Inzwischen hängt eine Kamera am Durchgang zur Bücherei, mit der das Geschehen nun ins elektronische Blickfeld gerät. Ira Valsamidou, Juristin bei der Stadt Neuenrade, hat natürlich zuvor eine rechtliche Bewertung der Lage vorgenommen. Und die Daten aus der Kamera werden nur Datenschutzkonform verarbeitet. Seit August hängt die Kamera – und das hat ganz offenbar zu einem Erfolg geführt: Der Vandalismus hat erheblich nachgelassen. 

Zuvor habe man schon viel unternommen, um das Vandalismusproblem in den Griff zu bekommen, erläuterte Valsamidou. Zumal man auch versicherungstechnisch inzwischen keinen Spaß mehr verstehe. 

Stadt engagiert Wachdienst

So hatte die Stadt einen Wachdienst engagiert und gezielt zu den neuralgischen Stellen geschickt. Es habe auch Gespräche mit der Polizei gegeben, damit die Beamten im Bereich Niederheide verstärkt Streife fahren. Valsamidou habe auch den Jugendarbeiter Daniel Schwebe kontaktiert. Der geht die Route ab, interviewt Leute, auch mit dem Bezirksbeamten Dietmar Neuhaus habe sie gesprochen. Flutlicht war auch noch installiert worden. 

Insgesamt ist Ira Valsamidou irritiert angesichts der Beschädigungen und Gewaltexzesse: „Ich war total schockiert, als ein Gullideckel zerbrochen wurde.“ Und immer wieder Scherben und Partyreste. Weil dort laufend Theater sei, frage sie sich, woher das komme. „Vielleicht haben diese Leute durch Corona mehr freie Kapazitäten?“ Zumal die Beschädigungen ab März massiv zugenommen hätten. „Das erwartet man eher aus Dortmund-Nord, als in so einem beschaulichen Kleinstädtchen wie Neuenrade“, sagt Valsamidou verwundert. 

Seit August ist Ruhe

Immerhin: Seit August ist Ruhe. Seitdem ist die Kamera dort angebracht. Juristin Valsamidou zieht Bilanz: Das alles sei mit „total viel personellem Aufwand“ verbunden. Allein die Schäden summierten sich auf mehrere tausend Euro auf. 

Dabei geht es nicht nur um die zerdepperten Glasbausteine. Am Gravierendsten sei der Einbruch in die Sporthalle gewesen. Dort habe man nicht nur erhebliche Schäden angerichtet, sondern auch Sportgeräte zerstört und sogar gestohlen. Auch Wodkaflaschen seien in der Halle zerdeppert worden. „Sogar Haare wurden dort gefunden. Die hatten sich die Einbrecher dort abrasiert – total bizarr“, sagte Valsamidou. Sie kann das alles nicht nachvollziehen. „Das tut mir auch persönlich Leid als Neuenraderin.“ Sie habe als Kind auch in der Halle Sport getrieben. 

Sachbeschädigung: Deutlicher Anstieg der Taten

In Neuenrade wird seit längerer Zeit Vandalismus beklagt. Die jüngste Polizeistatistik offenbart, dass es schon 2019 einen Anstieg der Sachbeschädigungen um 40 Prozent gegeben hat (71 Delikte). Und es sind nicht nur öffentliche Einrichtungen, die beschädigt werden. Auch Firmen sind betroffen. Dort werden ebenfalls Scheiben zerdeppert. Einzelhändler hatten ebenfalls eingeschlagene Schaufensterscheiben zu beklagen. Kunst im öffentlichen Raum wurde schon beschädigt, Figuren beschmiert oder demoliert. Vandalismus gab es zudem beim Weihnachtmarkt am Stadtgarten. Nur zum Teil wurden die Täter erwischt. 

Die Polizei hat sich bemüht, ist häufiger vor Ort. Aber bislang waren die Ermittlungen ohne Erfolg. Christof Hüls, Polizeisprecher, sagte auf Nachfrage: „Es gibt einen einzigen Zeugen, der mal aus der Entfernung jemanden gesehen hat.“ Man warte auf den entscheidenden Hinweis. Alle Spuren, darunter auch die abgeschnittenen Haare aus dem Halleneinbruch, würden gesichert. Aber es fehle noch der entscheidende Hinweis.

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