Ein Urgestein zieht sich langsam zurück

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Stabwechsel beim Institut für Arbeitsmedizin – das Ärzte-Team um Chef Dr. Jürgen Etzler (Mitte) ergänzt künftig Dr. Till Hoja. Außerdem gehört Dr. Margit Ulitzka zur Praxis. ▪

NEUENRADE ▪ Sie begutachten, bewerten und beeinflussen – Arbeitsmediziner. Dabei stehen sie zwischen Arbeitgebern und -nehmern. Von Matthias Clever

„Fast die Hälfte aller Arbeitsmediziner ist über 60 Jahre alt“, weiß Dr. Jürgen Etzler. Der Leiter des Institutes für Arbeitsmedizin an der Werdohler Straße ist selbst bereits 71 Jahre. Daher denkt er langsam über einen Stabwechsel nach. Bereits seit dem Anfang Juli „schwimmt Dr. Till Hoja nun schon im Kielwasser der Praxis mit“, erklärt Etzler. Der 41-jährige Facharzt für Röntgenheilkunde ist verheiratet und hat drei Kinder. Im kommenden Jahr wird er die Weiterbildung für die Betriebsmedizin abschließen, so dass er dann als gleichberechtigter Partner mit Dr. Margit Ulitzka zusammen die Verantwortung übernehmen wird.

Bereits im Oktober wird das Institut in eine GmbH umgewandelt werden. „Was meine Person betrifft, werde ich mich langsam zurückziehen, werde aber weiterhin meine Privatpatienten in meiner Praxis betreuen und als Mitarbeiter für unser arbeitsmedizinisches Institut zur Verfügung stehen“, erklärte Dr. Jürgen Etzler.

Etzler ist ein Urgestein: Seit 33 Jahren ist er in der Praxis an der Werdohler Straße als Betriebsmediziner tätig. Neben Unternehmen aus dem Märkischen Kreis zählt er deutschlandweit Firmen zu seinen Kunden.

„Dabei stehen wir immer zwischen den Arbeitgebern und -nehmern“, sagte Etzler. Es gehe vor allem um Prävention. Soll heißen: Bei der Aufnahme einer neuen Arbeit wird eine Untersuchung durchgeführt. Die genauen Ergebnisse bleiben dem Chef aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht unbekannt. „Ich teile nur mit, ob ein Arbeitnehmer tauglich, bedingt tauglich oder nicht tauglich für den Job ist“, verdeutlichte der 71-Jährige.

Die Aufgabe sei, die Arbeitswelt humaner zu gestalten und jedwede Gefahren und Erkrankungen vom Arbeitsnehmer fern zu halten beziehungsweise zu minimieren, damit dieser nicht durch die Arbeit krank wird und nach 40-jähriger Tätigkeit aus dem Erwerbsleben ausscheidet. Die Standart-Untersuchungen werden direkt bei den Firmen durchgeführt. Spezielle Geräte stehen in der Neuenrader Praxis zur Verfügung. Bald soll außerdem eine Zweigstelle im Plettenberger Krankenhaus entstehen.

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