Unsicherheit im Umfeld des neuen Flüchtlingsheims

Das neue Asylantenheim soll auch möglichst eine optische Sanierung erfahren. - Foto: Archiv/von der Beck

Neuenrade -   Der angekündigte Anstieg der Zahl der Flüchtlinge und der Erwerb des Mehrfamilienhauses, das zum Wohnheim für Flüchtlinge ausgebaut werden soll, ist zu einem Thema in Neuenrade geworden.

Gleich nach Veröffentlichung der Nachricht meldeten sich direkt bei Bürgermeister Antonius Wiesemann etwa 15 Neuenrader aus dem Umfeld des Mehrfamilienhauses. Sie nutzten die Bürgermeistersprechstunde als Gesprächsforum. Wie Wiesemann berichtete, sei es dabei zunächst sehr emotional zugegangen. Sie hätten Ängste formuliert, die sich um die Veränderung des Wohnumfeldes durch neue Nachbarn aus allen Teilen der Welt ergeben würden. Doch nach einem gut eineinhalbstündigen Gespräch, in dessen Verlauf der Bürgermeister erklärte, dass es ein Miteinander geben muss, hätte sich sich das ganze beruhigt. Der Bürgermeister erläuterte noch einmal die Maßnahmen, wie die Einstellung eines mehrsprachigen Hausmeisters auf 450 Euro-Basis, der sich nicht nur um technische sondern auch um menschliche Belange kümmern soll, das funktioniere beim bestehenden Flüchtlingsheim schon sehr gut.

Zudem soll es zu einer Begegnung der Menschen kommen. Hausmeister, Flüchtlinge und Nachbarn sollen sich kennenlernen. Wiesemann betonte, dass es ihm in der Angelegenheit um Offenheit und Transparenz gehe, um das Miteinander. Er wies zudem darauf hin, dass einige Nachbarn zudem ihre Hilfe angeboten, seien bereit, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Unabhängig von der menschlichen Dimension bleibt auch noch ein finanzieller Aspekt, den die Stadt Neuenrade im Zusammenhang mit den neuen Flüchtlingsheim (für 100 000 Euro ersteigert) zu bewältigen hat. Im neuen Haushaltsplan wird es eine größere finanzielle Rolle spielen. Zum Hintergrund: Mit dem Erwerb des Gebäudes, das an der Eichendorffstraße steht, reagiert die Stadt auf den zu erwartenden Anstieg der Zahl der Flüchtlinge. Aktuell gibt es in Neuenrade rund 57 Personen aus etwa 17 Nationen, die hier untergebracht werden.

Das Gebäude muss nun für die Flüchtlinge hergerichtet werden, außerdem ist das Dach marode und beim Innenausbau muss auch einiges getan werden. Konkret stehen in dem neuen Gebäude knapp 410 Quadratmeter Wohnfläche für geplante 19 Zimmer zur Verfügung.

Neben der Sanierung der Innenräume, soll das Gebäude auch von außen hergerichtet werden, um einen ordentlichen Anblick zu bieten, sagte Bauamtsleiter Marcus Henninger. Zusätzlich zum Kaufpreis wird noch einmal über die Summe von 100 000 Euro für die Sanierung gesprochen.

Das letzte Wort über die Ausgestaltung dazu haben natürlich die Fraktionen im Zuge der Haushaltsplanberatungen.

Von Peter von der Beck

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