Ungewöhnlicher Abschluss der Kultursaison

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Das Publikum spendete Applaus. ▪

NEUENRADE ▪ Vollmundig hatte das Kulturamt der Stadt Neuenrade die Theater- und Filmschauspielerin Doris Kunstmann mit ihrem Stück „Oskar und die Dame in Rosa“, angekündigt. Es sollte ein Knüller zum Abschluss der Kultursaison 2010/2011 im Kaisergarten werden, doch es entstand ein zwiespältiger Eindruck einer zweifelsohne bekannten Künstlerin.

Bereits das absolute Verbot, Fotos während der Vorstellung zu machen, sorgte für Verwirrung unter den Berichterstattern. So etwas hatte es im Kaisergarten wohl noch nicht gegeben. Bei einer Zuwiderhandlung drohte der Abbruch des Stücks, das so völlig aus dem Saison-Rahmen fiel. Die Spielzeit 2010/2011 hatte unter anderem so herrlich unterhaltsame Acts wie das Theaterstück „Die vertagte Hochzeitsnacht“ des Kleinen Studios, die beeindruckende Tanzshow „Best of Dancing Highlights“ oder das unvergessliche Konzert des Blechbläserensembles „Rennquintett“ bereit gehalten. „Oskar und die Dame in Rosa“ von Eric-Emmanuel Schmitt mag ein literarischer Welterfolg sein, Samstagabendunterhaltung im Kaisergarten sah bisher aber definitiv anders aus. Doris Kunstmann versuchte in der bedrückenden Atmosphäre eines Krankenzimmers ein Schauspiel zu inszenieren, das irgendwie kein Schauspiel war. Kunstmann spielte sowohl den zehnjährigen, krebskranken und offenbar zum Tode verurteilten Oskar als auch dessen Oma Rosa, die dem Jungen in der schweren Zeit zur Seite steht. Die Rolle der Oma Rosa war Doris Kunstmann im Gegensatz zum kleinen Oscar regelrecht auf den Leib geschnitten. Die Szenerie mit einem Hang zum Depressiven mag vielleicht Kenner höchst anspruchsvoller Unterhaltung gefallen haben, der eine oder andere Besucher hätte sich zum Abschluss der Neuenrader Kultursaison wohl doch eher einen Auftritt mit etwas mehr Publikumsnähe gewünscht. ▪ Markus Jetzsch

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