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Unfall auf der L697: Spezialteam der Polizei benötigt fast zwei Stunden für Anfahrt

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Von: Carla Witt, Georg Dickopf

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Bis kurz vor den Rettungshubschrauber fuhren einige Verkehrsteilnehmer, um dann zu wenden.
Bis 100 Meter vor den Rettungshubschrauber fuhren einige Verkehrsteilnehmer, um dann zu wenden. © Dickopf

Der Unfall, bei dem am Montag ein 22-jähriger Motorradfahrer lebensgefährlich verletzt wurde, sorgte für erhebliche Verkehrsprobleme auf der L697 - nicht zuletzt, weil viele Autofahrer zu spät von der Vollsperrung erfuhren und drehen mussten.

Neuenrade - „Die Straße muss jetzt wieder frei sein. Es fahren ja ständig Autos hoch und runter.“ Das dachten am Montagabend fälschlicherweise nicht nur Anwohner in Eiringhausen, sondern auch viele Verkehrsteilnehmer, die von Plettenberg nach Affeln beziehungsweise in die entgegengesetzte Richtung fahren wollten.

Nachdem sich um kurz vor 16 Uhr auf der L697 ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hatte, musste die Straße komplett gesperrt werden. Erst gegen 23 Uhr konnte die wichtige Verbindungsstraße zwischen Affeln und Plettenberg wieder freigegeben werden.

Mit lasergestützen Messgeräten nahm das Verkehrsunfallaufnahme-Team aus Dortmund den Unfall auf der L697 auf, benötige aber allein für die Anfahrt rund zwei Stunden, was auch die insgesamt fast siebenstündige Vollsperrung erklärt.
Mit lasergestützen Messgeräten nahm das Verkehrsunfallaufnahme-Team aus Dortmund den Unfall auf der L697 auf, benötige aber allein für die Anfahrt rund zwei Stunden, was auch die insgesamt fast siebenstündige Vollsperrung erklärt. © Dickopf

Autofahrer erfahren erst relativ spät von der Sperrung

Allerdings erfuhren Autofahrer erst relativ spät, dass die Durchfahrt nicht möglich ist: Wer nach Plettenberg wollte, musste erst bis zum ehemaligen Wanderparkplatz Ausspann fahren. Dort versperrte ein Streifenwagen den Weg. Aber: Zumindest war das Drehen problemlos möglich.

Nicht ganz so einfach waren die Wendemanöver für diejenigen, die aus Plettenberg kamen: Sie mussten oberhalb der Halle auf der Fahrbahn drehen. Schwierigkeiten hatte damit unter anderem ein Autofahrer, der mit einem Doppel-Pferdeanhänger unterwegs war.

Beamte vor Ort müssen sich in erster Linie um die Unfallaufnahme kümmern

„Grundsätzlich sind wir natürlich auch daran interessiert, dass der Verkehr vernünftig fließt und sich nicht vor einer Unfallstelle staut“, betonte Polizeikommissar Lorenz Schlotmann. Über die konkrete Situation am Montag konnte er nichts sagen, unterstrich aber: „Allerdings müssen sich die Beamten vor Ort in erster Linie um die Unfallaufnahme kümmern.“ Das gelte insbesondere, wenn die personellen Ressourcen begrenzt seien. Im Einzelfall könne es also passieren, dass die Sperrungen erst unmittelbar vor einer Unfallstelle eingerichtet werden.

Diejenigen, die ihre Fahrt am Montag in Richtung Affeln beziehungsweise Plettenberg nicht aufschieben konnten, mussten einen längeren Umweg in Kauf nehmen: Da die L 619 aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrt ist, blieb den Verkehrsteilnehmern nur die Fahrt über Werdohl oder Wilde Wiese.

Hubschrauber landet nach schwerem Unfall auf der L697 - Straßensperrung sorgt für Verkehrsprobleme
Die Sperrung der L697 nach dem schweren Unfall sorgte für erhebliche Verkehrsprobleme. © Dickopf, Georg

Lange Anfahrt für Expertenteam aus Dortmund

Der Plettenberger Polizeichef Lutz Kudera verwies auch auf den vorgeschriebenen Einsatz des Dortmunder Verkehrsunfallaufnahme-Teams. Hierbei nehme allerdings die Anfahrt aus bekannten Gründen schon sehr viel Zeit in Anspruch. Auch bei dem tödlichen Motorradunfall auf de B 236 war besagtes Team im Einsatz. Die Landstraße war auch bei diesem Unfall rund sieben Stunden vollständig gesperrt. Anders als die Beamten vor Ort verfüge das Team laut Kudera über lasergestützte Messgeräte. Das besagte Team leide bei der Anreise aus Dortmund oder gegebenenfalls auch aus Köln selbst unter der schlechten Verkehrsanbindung der heimischen Region. Allein durch die lange Anfahrt verzögere sich die Unfallaufnahme dadurch noch zusätzlich. Der Einsatz der speziell geschulten Teams sei bei schweren Verkehrsunfällen aber vorgeschrieben.

Das sagt das Ordnungsamt

Was das Ordnungsamt in Sachen Verkehrsumleitung tun kann, fragten wir Plettenbergs Pressesprecher Hanno Grundmann:

Grundsätzlich sind bei Unfällen Polizei und Feuerwehr für die Absicherung im Nahbereich der Unfallstelle zuständig.  
Wenn absehbar ist, dass eine solche Lage länger dauert, gibt es für die Polizeikräfte jederzeit die Möglichkeit den ordnungsamtlichen Bereitschaftsdienst zu benachrichtigen. Dieser fungiert rund um die Uhr auch als Mittler. In diesen Lagen kann zum Beispiel der Baubetriebshof durch den ordnungsamtlichen Bereitschaftsdienst gebeten werden, entsprechende Hinweisschilder im weiteren Umfeld des Unfallorts aufzustellen. So kann dann ein Einfahren in eine gesperrte Straße größtenteils verhindert werden und die Verkehrsteilnehmenden müssen nicht wenden.
 
Ob, wann und wie in solchen Szenarien der ordnungsamtliche Bereitschaftsdienst hinzugezogen wird oder nicht, ist Sache der Polizeibeamt:innen vor Ort. Im Regelfall funktioniert dieses Vorgehen reibungslos und hat sich bewährt.
 
Dennoch liegt bei solch schweren Unfällen unserer Erfahrung nach das Augenmerk aller Einsatzkräfte zuallererst bei der Rettung und Versorgung von verletzten Personen und dann im direkten Anschluss daran sind Bergung und Unfallaufnahme die gesetzten Ziele.
 
Unterm Strich gilt: Wenn unser Ordnungsamt benachrichtigt wird, steht es - neben seinen zahlreichen Bereitschaftsdienstaufgaben (Einweisungen nach dem PsychKG, Obdachlosenunterbringung, Sicherstellungen etc.) – im Rahmen seiner Möglichkeiten gern unterstützend zur Seite.

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