Unbekannte zerstören Christus-Korpus

Landwirt Clemens Cremer-Schulte ist wütend über die respektlose Zerstörung. - Foto: Schnücker

Affeln -  Landwirt Clemens Cremer-Schulte ist restlos sauer und zugleich wütend, wenn er den gewaltsam zerstörten Christus-Korpus aus der Mühlenstraße in seinen Händen hält. Der überzeugte Christ versteht die Welt nicht mehr, warum das christliche Symbol zerstört wurde. Auf die Frage nach dem Warum hat er bisher keine Antwort gefunden.

Der symbolische Leib des Gekreuzigten hing Jahrzehnte an dem Steinkreuz in der Mühlenstraße, nur einige Meter vom daneben platzierten Heiligenhäuschen entfernt. Am Samstag, 31. August 2013 wurde der Christus-Korpus gewaltsam zerstört, der Kopf Christi mit Arm wurde vom Korpus mit einem Kraftakt getrennt. Spekulativ bleibt, ob der Korpus mit einem Stein, einer Stange oder mit Muskelkraft zerstört wurde. Beide Teile wurden an dem Tattag kurz vor Mitternacht von einem Nachbarsjungen entdeckt, nur eine halbe Stunde später war die Polizei vor Ort. Der Sachverhalt wurde aufgenommen, das zerstörte Beweisstück stellte die Polizei ebenfalls sicher. Inzwischen ermittelt die Kripo und seit einigen Tagen ist der Rest des Christus-Korpus wieder im Besitz von Clemens Cremer-Schulte.

Der Christus-Korpus samt Steinkreuz in der Mühlenstraße ist für die Familie Cremer-Schulte von besonderer Bedeutung. In der Mühlenstraße hatten deren Vorfahren über Jahrzehnte einen Hof, 1983 wurde der von einem Brand zerstört. Die Familie Cremer-Schulte wechselte zum Boenloh und baute dort einen neuen Hof auf, der bis heute landwirtschaftlich betrieben wird. Der beschädigte Christus-Korpus hat aber für die Familie einen ganz besonderen Stellenwert. Das Steinkreuz mit dem Christus-Korpus stand gegenüber ihres einstigen Hofes in der Mühlenstraße, der Korpus blickte auf das Gehöft und wurde von der Familie als absolutes Hofkreuz angesehen.

1990 hatte Josefa Schulte-Cremer (Mutter von Clemens) schriftlich festgehalten, dass seit über 100 Jahren ein Kreuz an der Stelle in der Mühlenstraße und gegenüber des Hofes steht und stand. Im Laufe der Jahrzehnte musste das Holzkreuz mit Korpus, beides war durch die Witterung morsch geworden, mehrfach ersetzt werden. 1936 wurde das Steinkreuz errichtet, der Korpus blieb weiterhin aus Holz. Erst 1990 wurde ein Korpus aus einem Gemisch aus Ton und Gips geschaffen, Verschraubungen sorgten zusätzlich für Standfestigkeit und Stabilität.

Die gewaltsame Zerstörung hat nicht nur in der Familie Cremer-Schulte zu völligem Unverständnis geführt, auch in der Bevölkerung wird nur noch der Kopf geschüttelt. Clemens Cremer-Schulte spricht den Unmut aus: „Warum macht jemand so etwas? Niemand hat das Recht, die Religion so mit Füßen zu treten, der Respekt vor dem Christussymbol ist offenbar total verloren gegangen.“ Jetzt ist Clemens Cremer-Schulte an die Öffentlichkeit gegangen, „um vielleicht dem- oder denjenigen deutlich vor Augen zu führen, was sie angerichtet haben.“

Den zerstörten Christus-Korpus wird er entweder reparieren oder einen neuen Korpus in Auftrag geben, „weil ich das meiner Mutter schuldig bin“ setzt er Maßstäbe. Auch der reparierte oder neue Christus-Korpus wird an dem Steinkreuz in der Mühlenstraße seinen Platz finden. Das ist auch ganz nach dem Denken der dortigen Anwohner.

Die bekundeten im Gespräch mit Clemens Cremer-Schulte, dass „der Korpus an das Steinkreuz gehört und hier zum optischen Erscheinungsbild beiträgt.“

Von Udo Schnücker

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