Erste Schritte für 2021 geplant

Umgehungsstraße für Neuenrade: Darum sorgt Corona für Verzögerungen

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Bis die Staus im Innenstadtbereich von Neuenrade ein Ende haben, wird es noch einige Zeit dauern. Denn um mit dem Planfeststellungsverfahren für den Bau der Umgehungsstraße beginnen zu können, muss zunächst eine Verkehrszählung durchgeführt werden. Dies ist coronabedingt derzeit aber nicht möglich.

Neuenrade – „Es ist geplant, im Laufe des Jahres 2021 das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Umgehungsstraße einzuleiten.“ Das hat das Büro der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag bei den zuständigen Planungsbehörden erfahren.

Die Neuenrader Sozialdemokraten hatten die Bundestagsabgeordnete gebeten, den aktuellen Stand der Planungen zum Bau der B 229 n in Erfahrung zu bringen. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abgeordneten Freitag recherchierte bei den zuständigen Behörden. 

Ursprünglich sollte die Planfeststellung bereits im Jahr 2010 eingeleitet werden. Doch dann wurde landesweit eine Priorisierung genehmigungsreifer Projekte vorgenommen. Das damalige Ergebnis für die Hönnestadt: Die Umgehungsstraße und die Verringerung des Schwerlastverkehrs in Neuenrades Innenstadt landete über Jahre in der planungsrechtlichen Warteschleife. 

Umgehungsstraße: Mehr als zehn Jahre sind vergangen

Nach mittlerweile mehr als zehn Jahren sind die vorliegenden Planungsunterlagen inzwischen nicht mehr aktuell. So können sie nicht bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden. „Sie müssen aktualisiert werden“, erfuhr das Büro von Dagmar Freitag bei den zuständigen Planern. „Die Unterlagen sollten bei Einreichung bei der Planfeststellungsbehörde nicht älter als circa fünf Jahre sein.“ 

Zudem sei eine Anpassung an aktuelle Gesetzes- und Richtlinienänderungen notwendig. „Die Fachgutachten für die Bereiche Verkehr, Landschaft, Wasser und Lärm müssen auf den neuesten Stand gebracht werden“, sagte Klaus Gillmann, Fachplaner beim Landesbetrieb Straßen.NRW, auf Anfrage der Redaktion. Ein Ingenieurbüros sei damit beauftragt worden. 

Umgehungsstraße: In diesem Jahr keine Verkehrszählung mehr

Ob das Planungsfeststellungsverfahren aber tatsächlich im kommenden Jahr beginnen kann, hängt auch mit dem Ende der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen ab. Denn bevor das Verfahren starten kann, muss eine Verkehrszählung in Neuenrade durchgeführt werden. Momentan sei die Situation aufgrund von Kurzarbeit und vermehrter Tätigkeit im Homeoffice aber nicht repräsentativ. „Es gibt momentan weniger Verkehr auf den Straßen. Deshalb wird es in diesem Jahr keine Verkehrszählungen mehr geben“, erklärte Klaus Gillmann im gespräch mit der Redaktion. 

Wie bereits berichtet, soll beim Bau der Umgehungsstraße auch ein Kreisverkehr am Hüttenweg entstehen. Das bestätigten die Verantwortlichen des Landesbetriebs auch dem Büro der Abgeordneten Dagmar Freitag: „Am östlichen Verknüpfungspunkt mit der heutigen B 229 wird im Weiteren zusätzlich ein Kreisverkehrsplatz mit der Kreisstraße 12 eingeplant.“ 

Umgehungsstraße: Sozialdemokraten verärgert über Verzögerungen

Die Sozialdemokraten stellen fest: „Die immensen Verzögerungen des Umgehungsstraßenprojektes sind uns seit Jahren mehr als ein Dorn im Auge. Wenigstens geht das planungsrechtliche Verfahren jetzt weiter. Der absolute Stillstand scheint beendet. Wir hoffen, dass 2021 endlich die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, mit dem Bau der B 229n zu beginnen. Die Innenstadt braucht nach wie vor Entlastung vom Schwerlastverkehr.“ 

Klaus Gillmann schätzte die Dauer des Planungsfeststellungsverfahrens gegenüber der Redaktion „ganz grob auf durchschnittlich etwa zwei Jahre“. Bevor der Planfeststellungsbeschluss erfolgen kann, ist die öffentliche Auslegung erforderlich – dann können Einwände gegen die Planung erhoben werden. Dass es dazu kommt, dürfte klar sein: So fordert beispielsweise die bereits 1999 gegründete „Interessengemeinschaft B 229n“ eine ortsferne Trassenführung.

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