1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Umgehungsstraße B 229n: Nächster Schritt steht an

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Bürgermeister Antonius Wiesemann (Mitte) und Bauamtsleiter Marcus Henninger (l.) begrüßten die Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak, Felix Schreiner und Florian Müller (v. l.) im Neuenrader Rathaus.
Bürgermeister Antonius Wiesemann (Mitte) und Bauamtsleiter Marcus Henninger (l.) begrüßten die Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak, Felix Schreiner und Florian Müller (v. l.) im Neuenrader Rathaus. © Steiner

Es tut sich wieder etwas mit Blick auf den Bau der Umgehungsstraße B 229n: Nach Auskunft des Landesbetriebs Straßen.NRW solle das Planfeststellungsverfahren für die Trasse in Kürze beginnen. Das berichtete Bürgermeister Antonius Wiesemann den CDU-Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak, Florian Müller und Felix Schreiner.

Neuenrade – Die Politiker waren Ende des vergangenen Monats auf Einladung des Stadtoberhaupts ins Neuenrader Rathaus gekommen.

Das Verfahren werde „vielleicht noch in diesem Jahr, sonst Anfang 2023“ starten, hieß es. Da der Landesbetrieb für November öffentliche Informationsveranstaltungen plane, sei man im Rathaus vorsichtig optimistisch. Wiesemann unterstrich, dass der Prozess durch den Besuch des damaligen NRW-Verkehrsministers Hendrik Wüst (CDU) im März 2018 wieder ins Rollen gekommen sei.

Die ersten Pläne für eine Umgehungsstraße B 229n sind mehrere Jahrzehnte alt. Weil diese Straße mehrheitlich als großer Pluspunkt für die Lebensqualität in Neuenrade und aus verkehrsplanerischer Sicht für die Region gesehen werde, lasse die Stadtverwaltung keine Möglichkeit aus, dieses Thema voranzutreiben.

Dementsprechend bat Wiesemann seine Gäste um Unterstützung. Paul Ziemiak (Wahlkreis Märkischer Kreis II) hatte mit Florian Müller (Wahlkreis Märkischer Kreis I) und Felix Schreiner aus Baden-Württemberg zwei Mitglieder aus dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags mitgebracht. Zunächst präsentierte der Bürgermeister den Abgeordneten viele Daten und Bilder aus Neuenrade – und die zentrale Frage: „Wie können wir Neuenrade verkehrstechnisch besser anbinden, die Kernstadt entlasten und so mehr Lebensqualität schaffen?“ Für ihn ist die Antwort klar: mit der Ortsumgehung.

17 000 Fahrzeuge, davon 900 Lastwagen, würden sich täglich ihren Weg durch Neuenrade bahnen. „Wohlgemerkt: Die Zahlen stammen aus der Zeit vor der Sperrung der Rahmede-Talbrücke der Autobahn 45 bei Lüdenscheid. Sie hat die Verkehrssituation weiter verschärft“, unterstrich Wiesemann.

Bauamtsleiter Marcus Henniger ergänzte: „Weit mehr als 70 Prozent der Verkehrsbewegungen sind reiner Durchgangsverkehr.“ Mit Blick auf die aktuelle Baumaßnahme an der Bundesstraße in Neuenrade betonte er, dass die Stadt diese sicher nicht begonnen hätte, wenn die Autobahnsperrung früher bekannt gewesen wäre.

Die Abgeordneten zeigten sich sehr interessiert, stellten viele Fragen. Gemeinsam warfen sie einen Blick auf die aktuelle Straßensituation. „Für Kreisverkehre an den Ampelkreuzungen Ärztehaus und Mühlendorf haben wir zu viel Verkehr – das ist untersucht worden“, berichtete der Bauamtsleiter. Die Alternative sei die Umgehungsstraße. Die geplante Trasse stehe mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan. Bauvorhaben, die so eingestuft sind, sollen bis 2030 umgesetzt oder zumindest begonnen werden.

Allerdings räumte Marcus Henninger ein: „Planungsunterlagen haben keine lange Halbwertszeit.“ Schon 2010 habe es „reife Unterlagen“ gegeben, gebaut wurde letztlich nicht. Aus diesem Grund sei die Stadt Neuenrade sprichwörtlich ein gebranntes Kind.

Dennoch wolle man in der Verwaltung nichts dem Zufall überlassen und unversucht lassen. „Wir bleiben dran, denn die Ortsumgehung ist immens wichtig für die Entwicklung unserer Stadt. Mehr noch: Wir müssen auf die ganze Region gucken. Ich bin der festen Überzeugung, wir müssen dauerhaft für diese wirtschaftlich starke Region verschiedene Anbindungen in alle Richtungen schaffen – zur A 44, A 45, A 2 und A 1 etwa – und dafür wird die Ortsumgehung Neuenrade benötigt“, betonte Antonius Wiesemann. Paul Ziemiak pflichtete ihm bei: „Neuenrade und Lüdenscheid liegen ohne die A 45 im Nirwana.“

Da beim Bund für das kommende Jahr eine erneute Überprüfung des Verkehrswegeplans erwartet wird, sicherten Felix Schreiner und Florian Müller für den Fall einer potenziellen Revision zu, ein genaues Auge auf die Neuenrader Baumaßnahme zu haben.

Auch interessant

Kommentare