28-Jähriger angeklagt

Umfangreiche Betrugsserie: Neuenrader soll hohen Schaden verursacht haben

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Neuenrade/Altena – Einen erneuten Anlauf zur Aufklärung einer umfangreichen Betrugsserie unternimmt das Amtsgericht Altena. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 28-jährigen Neuenrader mehr als 60 Taten mit einem Gesamtschaden von rund 10 000 Euro vor.

Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn brauchte lange, um die Anklagepunkte mit unterschiedlichen und teilweise noch nicht ganz aufgeklärten Vorgehensweisen vorzutragen. Der Angeklagte soll bei verschiedenen Internet-Lieferanten unter Angabe fremder Namen und Konten Waren bestellt haben, um seine Bestellungen zu verschleiern. Anschließend soll er verschiedene Möglichkeiten genutzt haben, um die Artikel in ausgeklügelter Weise so entgegenzunehmen, dass er mit der Bestellung nicht in Beziehung gebracht wurde. 

Der 28-Jährige soll sich im Tatzeitraum von Anfang 2017 bis Ende 2018 „unberechtigt Zugang zu fremden Daten verschafft und auf unbekannte Weise Datenverarbeitungsprozesse manipuliert haben“. Bisher ist nicht bekannt, wie der Angeklagte an „Personaldaten von verschiedensten unterschiedlichen Personen“ gekommen ist, die er für die von ihm getätigten Bestellungen genutzt haben soll. 

Frage nach dem Vergehen

Die Frage nach seinem Vorgehen dürfte im Strafverfahren eine wichtige Rolle spielen. In den Anklageschriften, die dem 28-Jährigen unter anderem die „unbefugte Verwendung und Manipulation von Datenverarbeitungsprozessen“ vorwerfen, gibt es erste Hinweise. 

Seine Spuren soll der Angeklagte nicht nur durch die Verwendung fremder Namen, sondern auch durch ständig veränderte Lieferadressen verschleiert haben. Ein Teil der Waren soll an diverse Zustelladressen in Neuenrade und in anderen Städten gegangen sein. Weitere Lieferungen soll der Angeklagte bei einer Packstation in Balve abgeholt haben. Ständig soll er neue Namen angeblicher Besteller genutzt haben. 

Ständig wechselnde E-Mail-Adressen

Das gab Betroffenen offenbar die Chance, Bestellungen in mehreren Fällen zu stornieren, wenn sie schnell genug auf Zahlungen von ihren Konten reagierten. Angegebene Konten und E-Mail-Adressen wechselten ständig, was den Ermittlern eine Menge Arbeit bis zur Identifizierung des Neuenraders als mutmaßlichem Täter beschert haben dürfte. 

Die Adressen der Geschädigten gehen quer durch die gesamte Republik. Müsste jeder einzelne Fall ohne Erklärungen des Angeklagten aufgeklärt werden, stünde vermutlich ein teurer und monatelanger Prozess mit vielen Anreise-Zumutungen an die Geschädigten bevor. 

Einige Taten zugegeben

Zum Auftakt des Prozesses im Amtsgericht Altena hielt sich der 28-Jährige zunächst noch sehr bedeckt, gab über seinen Verteidiger Dominik Petereit einige Taten zu und bestritt vorzugsweise solche mit hohen Schadenssummen. Im Zentrum seines Interesses sollen teure Smartphones, Laptops, Sportbedarf, Unterhaltungselektronik und immer wieder Konzertkarten gestanden haben.

Der Prozess wird am Mittwoch, 29. Januar, im Amtsgericht Altena fortgesetzt.

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