Über das Fliegenlernen

NEUENRADE ▪ Die Erinnerungen an ihren ersten Segelflug sind Kirsten Biedebach nicht in sonderlich guter Erinnerung geblieben. „Mir war richtig schlecht“, erinnert sich die 15-Jährige an den Schnupperworkshop vor Ostern zurück. „Es war total windig“, erzählt sie und dennoch hat sie das Flug-Fieber gepackt. „Nach dem dritten Flug war mir klar, das will ich weitermachen.“ Denn: „Es hat einfach Spaß gemacht.“

Mittlerweile hat die Flugschülerin 15 Starts und Landungen hinter sich gebracht. „In der Luft ist es schon ganz in Ordnung“, schätzt Kirsten ihr fliegerisches Können mittlerweile ein. Wenn der Segelflieger zu schnell oder zu schräg wird weiß sie, wie sie sich zu verhalten hat. Bei den Starts und Landungen hingegen fühle sie sich noch etwas unsicher, gibt die Flugschülerin zu. „Die Landung ist auch das Schwierigste“, bestätigt LSV-Fluglehrer Christoph Gauss. Bei Anfluggeschwindigkeiten von 90 bis 100 Stundenkilometern sei eine genaue Landung erforderlich, „damit man keine Bruchlandung hinlegt“.

Im Durchschnitt absolvieren Flugschüler zwischen 30 und 60 Starts, bis sie einen Segler ohne Hilfe steuern können. „Und ein bisschen Talent gehört auch dazu“, weiß Gauss. In die Luft gehen die Flugschüler aber nicht nur vom Küntroper Flugplatz aus. Wer seinen Flugschein macht, sollte zudem an Fliegerlagern teilnehmen, die deutschlandweit ausgetragen werden. Das hat den Vorteil, dass die Schüler mit anderen Örtlichkeiten vertraut und für besondere Begebenheiten fit gemacht werden. Im August findet wieder ein entsprechendes Angebot statt - wo, ist jedoch noch nicht bekannt.

Nächstes Jahr, so hofft Kisten, kann sie einen Segelflieger alleine steuern. Neben den praktischen Flugstunden muss die 15-Jährige aber auch eine Menge Theorie pauken. In den Wintermonaten, wenn der Flugbetrieb nahezu zum Erliegen kommt - nur hartgesottene Flieger stellen sich in der vierten Jahreszeit den eisigen Temperaturen in luftiger Höhe - will sich Kirsten mit den Themen Meteorologie, Technik, Navigation, Luftrecht und menschliches Leistungsvermögen auseinander setzen.

Ihr Leistungs- und Wissenstand wird in einem DIN A5 großen Flugbuch festgehalten, den die Flugschülerin stets bei sich trägt, wenn sie auf den Flugplatz geht. So auch am vergangenen Wochenende. Kirsten, die nun Mitglied im LSV ist, engagierte sich wie auch ihre Flugkameraden beim Flugplatzfest. Unter anderem gehörte „Fläche laufen“ - das Führen der Segelflieger zum Ausgangspunkt - zu ihren Aufgaben. Und doch blieb ihr genügend Zeit, die fortgeschrittenen Flieger bei ihren Manövern in luftiger Höhe zu beobachten - so gut will sie auch werden. ▪ Susanne Riedl

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