Vorstand rudert zurück

TuS Neuenrade: Corona-Rabatt für Mitglieder wieder gestrichen

Beim TuS Neuenrade, hier die Bezirksliga-Fußballer (links), werden die Beiträge nun doch nicht halbiert.
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Beim TuS Neuenrade, hier die Bezirksliga-Fußballer (links), werden die Beiträge nun doch nicht halbiert.

Das war es dann mit dem Thema coronafreundliche Mitgliedsbeiträge. Der Vorstand des TuS Neuenrade um den Vorsitzenden Heinz Griesenbruch rudert zurück.

Die Mitgliedsbeiträge werden in voller Höhe abgebucht. Die geplante Halbierung ist vom Tisch.

In einem Telefonat teilte der Vorsitzende mit, dass durch diese Halbierung der Mitgliedsbeiträge die Gemeinnützigkeit gefährdet würde und der Vorstand sogar persönlich haftbar gemacht werden könne. Auch eine Mitgliederversammlung mit entsprechendem Beschluss nütze wohl nichts.

TuS-Vorstand wollte ein Zeichen setzen

Es hatte Ärger gegeben. Der Vorstoß des TuS, mit dem Corona-Rabatt ein Zeichen setzen zu wollen und den Mitgliedern auf diese Weise für ihre Geduld zu danken, aber auch um etwaige Austritte zu verhindern, hatte laut Griesenbruch „hohe Wellen geschlagen“.

Griesenbruch ließ der Redaktion einen entsprechenden Passus des Bundesfinanzministeriums zukommen. Frei übersetzt heißt es dort: Man darf zwar wirtschaftlich wegen Corona in Not geratenen Mitgliedern den Beitrag erlassen (Regelung bis 31. Dezember 21), wenn diese das glaubhaft vortragen. Aber: Wenn ein Verein sein Angebot wegen Corona nicht ausführen kann und deshalb den Mitgliedern die Beiträge erlässt – das sei nicht erlaubt und schade der Gemeinnützigkeit.

Verwirrung auch im Ministerium

So richtig weiß aber offenbar auch im Ministerium und in anderen Gremien niemand Bescheid und kann erklären, warum ein Verein deshalb plötzlich nicht mehr gemeinnützig sein soll. Griesenbruch hatte sich um eine rechtsverbindliche Auskunft bemüht. Doch weder der Rechtsbeistand des Landessportbundes, noch die Sportausschussvorsitzende des Bundestages, die heimische Abgeordnete Dagmar Freitag (SPD), konnten laut Griesenbruch diese rechtsverbindliche Aussage besorgen.

Griesenbruch zitiert stattdessen einen Vorstandskollegen eines Clubs aus Werdohl, der ihm mit den Worten „Heinz, pass auf, das ist ganz dünnes Eis“ von dem Schritt mit den Mitgliedsbeiträgen abgeraten habe. Griesenbruch: „Als Vorsitzender wäre ich zudem haftbar.“ Und er könne am langen Ende womöglich zur Kasse gebeten werden, um die fehlende Hälfte zu bezahlen.

Vorsitzender will nicht mit 30.000 Euro ins Risiko gehen

Der Vorsitzende rechnete vor, dass er dann sozusagen mit rund 30 000 Euro ins Risiko gehen würde. Warum der Verein die Gemeinnützigkeit verlieren soll, wenn er seinem Mitgliedern wegen Corona die Hälfte der Beiträge erlässt, weiß Griesenbruch immer noch nicht. Auch alle anderen Ansprechpartner hätten es ihm nicht plausibel erklären können.

Beim Bundesfinanzministerium konnte man bei der Pressestelle die Frage, warum ein coronabedingter Beitragserlass schädlich sein könnte, ad hoc tatsächlich nicht beantworten. Man werde die Anfrage der SV-Redaktion weiterleiten, hieß es am Dienstagnachmittag dazu lediglich.

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