Turner feiern 150. Geburtstag

NEUENRADE ▪ 20 Jahre nach seiner Gründung im Jahre 1862 musste der Turnverein Neuenrade laut Anordnung des damaligen Amtsmannes Weiß die Aufgaben der Feuerwehr übernehmen. Auch beim Bau des Freibades 1936 waren die Turnerinnen und Turner treibende Kräfte, und in jüngster Vergangenheit zeigten sie bei der Instandsetzung des Kohlberg-Trimmpfades beispielhaftes Engagement.

„In der 150-jährigen Geschichte des Vereins fällt auf, dass er immer wieder gesellschaftliche Aktivitäten übernommen und soziale Bindungen geschaffen hat“, betonte Peter Hofmann, Leiter der Turnabteilung, beim Festakt anlässlich des 150-jährigen Jubiläums am Samstagvormittag im Kaisergarten, an dem knapp 200 Gratulanten aus Hauptverein und Turnverbänden teilnahmen.

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Turner feiern Jubiläum

Ganz egal, wie sich die Geschichte des Ortes Neuenrade auch drehen und wenden („tornare“) lässt: Die Mitglieder des Turnvereins haben in all den Jahren entscheidend zur Fortentwicklung der städtischen Kultur beigetragen. Darauf wies auch Bürgermeister Klaus-Peter Sasse in seiner Ansprache hin: „Wenn man weiß, dass erfolgreiche Integration besonders über Kinder und Jugendliche läuft, dann leistet der TuS ehrenamtlich eine Arbeit, die zu häufig unterschätzt wird. Wir hier in Neuenrade sind froh und dankbar, dass wir den TuS haben.“

Rund 2000 Mitglieder zählt der Gesamtverein, etwa die Hälfte davon treibt in der Turnabteilung Sport: Vom Kinderturnen bis zum Walking ist das Angebot vielfältig und über all die Jahre hinweg mit viel Sachverstand weiterentwickelt worden.

Das in Vertretung von Renate Friedrichs im Rahmen des Festakts verliehene Jahn-Schild des Deutschen Turnerbundes, eine der ehrenvollsten Auszeichnungen des Verbandes, dokumentiert die hervorragende Arbeit im Verein. „Soziale Gemeinschaft braucht engagierte Menschen. Sie sind eine wesentliche Stütze des gesellschaftlichen Lebens“, so Friedrichs, die auch im Auftrag des Westfälischen Turnerbundes gratulierte.

Mark Schreiber, Vertreter für den Lenne-Bezirk, deutete die Tatsache, dass jeder zwölfte Neuenrader in der Turnabteilung sei, als „Zeichen des Erfolges“, nach dem sich andere Städte sehnten und stellte mit Verweis auf die Amtsanordnung von 1882 heraus: „Auch heute wären die Turnerinnen und Turner mit Sicherheit da, wenn´s brennt.“ Als Vorsitzender des Gesamtvereins überbrachte Heinz Griesenbruch ein flaches Geschenk, das die Turnabteilung für die Trainerausbildung verwenden könne.

Wie vielseitig die Turnabteilung ist, demonstrierte sie im Showteil mit zahlreichen Turn-, Tanz- und Musikvorführungen. Bürgermeister Sasse betonte, die Abteilung nicht über Gebühr belasten zu wollen: „Eine Zwangsverpflichtung für Feuerwehraufgaben steht nicht auf dem Programm.“ Von Nico Schwarze

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