Motte: Einweihung für den Sommer geplant

+
Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Bauamtsleiter Marcus Henninger und Eckehard Roß erläutern die Baumaßnahmen. ▪

KÜNTROP ▪ Nach 650 Jahren könnten sich die Küntroper bald wieder in eine Befestigungsanlage zurückziehen. Ganz in der Nähe des Standortes der alten Motte, die von den Neuenradern 1355 geschliffen wurde, entsteht auf dem Schützenplatz eine Rekonstruktion einer typischen mittelalterlichen Hügelburg, Motte genannt.

„Wir rechnen mit der offiziellen Einweihung kurz vor oder kurz nach den Sommerferien“, sagt Bürgermeister Klaus Peter Sasse. Die Hügelburg sei aber bereits einige Zeit zuvor, als solche zu erkennen und von außen zu besichtigen. Wenn das Wetter mitspiele, könnte das Grundgerüst des Turmes in etwa 14 Tagen stehen, schätzt Eckhard Roß, Leiter der ausführenden Zimmerei Roß, den Baufortschritt. Für die Außenanlage mit Palisade rechnet er noch mal mit acht bis zehn Wochen Bauzeit. Der deutlich spätere Einweihungstermin ist den baulichen Vorschriften geschuldet. So muss die Statik von Sachverständigen geprüft werden, ein Blitzschutz installiert werden, Brandschutzvorschriften eingehalten werden und ein weiterer Zaun zum Schutz der eigentlichen Motte aufgebaut werden.

Gut 800 Holzteile, zusammen etwa 100 Kubikmeter Holz, werden in dieser Zeit verbaut. Zum Vergleich führt Roß einen normalen Dachstuhl an, für den etwa 10 Kubikmeter Holz verwendet werden. „Der Bau ist etwas, was man nicht jeden Tag macht“, sagt Roß, er sei aber nicht außergewöhnlich schwierig. „Wir gehen einfach in Ruhe vor, damit man nicht mal die falschen Hölzer zusammensteckt.“

Die Zimmerei Roß hatte die Motte bereits an ihrem früheren Standort in Herne abgebaut und bis zum Baubeginn eingelagert. „Wir haben für den Abriss ja auch keine Motorsägen gebraucht“, scherzt Roß, deshalb müsse jetzt nur noch gepuzzelt werden.

Der Turm der Burg wird 19 Meter hoch, die begehbare Plattform wird sich auf einer Höhe von 11,5 Metern befinden. Dazuzurechnen ist noch die Höhe des Hügels von 3,5 Metern. Damit Besucher nicht in die umliegenden Gärten und Häuser spähen können, wird eine Seite der Plattform, wie auch schon in Herne, verblendet.

Nach einer Idee von Alexander Klinker bewarb sich Neuenrade mit anderen 25 Interessenten um die Hügelburg und bekam den Zuschlag. Finanziert wurde der Abbau in Herne und die Lagerung mit Spenden, ebenso wie der Aufbau auf dem Schützenplatz. Steht die Burg, hofft Sasse auf weitere Spenden. „Jetzt bin ich erst mal froh, dass sie wächst und gedeiht.

Von Sebastian Berndt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare