Türkisch-Islamisches Kulturzentrum: Gute Nachbarschaft im Fokus

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In der Moschee wurde offen diskutiert.

Neuenrade - Der Vorsitzende des Vereins „Türkisch-islamisches Kulturzentrum in Neuenrade und Umgebung e.V.“, Hamit Yilmaz, hat sich gegen „Rassismus jeglicher Art“ ausgesprochen.

 Zum „Tag der offenen Moschee“ favorisierte Yilmaz vor Bürgermeister Antonius Wiesemann, einigen Kommunalpolitikern und Bürgern eine bessere Kommunikation und eine gute Nachbarschaft untereinander. Im Gebetsraum der Mevlana-Moschee wurde am Sonntagmorgen in kleiner Diskussionsrunde von Vertretern beider Seiten klare Absichten, Hoffnungen und Erwartungen geäußert.

Hintergrund der sachlichen Debatte ist der geplante Neubau einer Moschee am Schöntaler Weg. Bürgermeister Wiesemann konnte vor dem gedanklichen Austausch darauf verweisen, dass er auch einige „neue Nachbarn, die dann in der Nähe der neuen Moschee wohnen“, zum Tag der Moschee habe mitbringen können. Damit sollen bereits im Vorfeld mögliche Bedenken oder Ängste ausgeräumt werden.

Große Übereinstimmung wurde in dem mehr als einstündigen Gespräch dem Begriff „Nachbarschaft“ zugeordnet. Für Muslime sei es selbstverständlich, den Nachbarn in guten und weniger guten Zeiten zu helfen. Vorsitzender Yilmaz definierte die Nachbarschaft als „kleinste Einheit des Miteinander“. Der Tag der offenen Moschee diene dazu, als Ort der Solidarisierung zur guten Nachbarschaft beizutragen und als „wichtiger Pfeiler“ der Stadtgesellschaft die erforderliche Stabilität zu verleihen. Sowohl Hamit Yilmaz als auch der neue Öffentlichkeitsbeauftragte Taner Kara und Vorstandsmitglied Bülent Sevinc sehen die Nachbarschaft als wichtigste Basis für ein gutes Miteinander.

Auch Bürgermeister Wiesemann definierte die gute Nachbarschaft als „alte Werte, die sich in unserem Alltagsleben über Jahrzehnte bestätigt haben.“ Im Rahmen der Begrüßung überreichte Wiesemann das Stadtbuch der Stadt Neuenrade. Die gemeinsamen Ziele sollen durch mehr Kommunikation realisiert werden. Denkbar sei ein regelmäßiger Austausch in der neuen Nachbarschaft, dabei sollen durch Ansprechpartner in der Moschee der direkte Kontakt sichergestellt werden. Bedauert wurde, dass fördernde Kontakte dieser Art zwar schon vor einem Jahrzehnt in Neuenrade erfolgreich umgesetzt, aus organisatorischen Gründen aber nicht fortgesetzt wurden. Fehler dieser Art dürfe es nicht mehr geben – da war man sich einig.

Das am Sonntag geführte Gespräch mache deutlich, dass Vorbehalte oder Ängste direkt angesprochen werden können. Ein fehlendes oder zurückhaltendes Miteinander trage nicht zur Lösung von Problemen bei. Der Tag der offenen Mosche stand unter dem Motto „Gute Nachbarschaft – bessere Gesellschaft“. Das türkisch-islamische Kulturzentrum hat 348 Mitglieder, davon 270 aus Neuenrade. Geplant ist, dass auf dem Eckgrundstück Schöntaler Weg / Industriestraße eine neue Mosche entsteht. Die rechtlichen Baugenehmigungen sind noch nicht erteilt, intern erwartet der Verein den Baubeginn in kommenden Jahr, die Kosten sollen 3 bis 3,5 Mio. Euro betragen. In der Moschee ist ein Hof geplant, der eine mögliche Ruhrstörung verhindern soll.

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