Pläne des neuen Präsidenten beunruhigen das heimische Unternehmen Schniewindt

Trump erschwert Handel mit USA

+
Dr. Sarah Schniewindt, Geschäftsführerin der gleichnamigen Firma, sagt: „Unter Trump wird der Einstieg in den US-Markt sicher schwieriger.“

Neuenrade - „Make America Great Again“, das ist das Motto von Donald Trump. Heute wird er am Kapitol als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit seinen Aussagen sorgt er weltweit für Wirbel.

So betonte er mehrfach, Freihandelsabkommen zu unterbinden und die Arbeitsplätze in Amerika schaffen zu wollen. Doch was bedeuten seine Pläne für ein heimisches Unternehmen? Wird ein Einstieg in den US-Markt weiter erschwert? Welche Hoffnungen lagen auf dem, unter Obama angestrebten, Freihandelsabkommen TTIP?

Eine Firma, die bereits im US-Markt aktiv ist, ist das Unternehmen Schniewindt. Der Hersteller von Beheizungs-, Widerstands- und Energieübertragungstechnik war auch bei der Hannover Messe vertreten. Gastland damals: die Vereinigten Staaten von Amerika. 

Besuch von Obama

Höhepunkt sei der Besuch von Präsident Obama gewesen, sagt Dr. Sarah Schniewindt, Geschäftsführerin der gleichnamigen Firma. Auf der Messe erklärte sie, dass ihre Hoffnungen auf dem Freihandelsabkommen TTIP lägen. Bisher sei sie allerdings keine öffentliche Fürsprecherin des Abkommens. Trotzdem habe sie sich einige Vorteile durch den Freihandel mit den Vereinigten Staaten erhofft. 

Der Hauptsitz des Unternehmens Schniewindt liegt am Hüttenweg.

Das Unternehmen Schniewindt will in Zukunft mehr in den US-Markt einsteigen. Größtes Hindernis dafür seien die Zertifikate und Normen, die den Qualitätsstandard der Produkte festlegen, die in die verschiedenen Bundesstaaten eingeführt werden, sagt die Geschäftsführerin. Diese Vorgaben würden faktisch von Unternehmen und Unternehmenszusammenschlüssen bestimmt, die sich so ausländische Konkurrenz fernhalten oder zumindest den Marktzutritt erschweren würden. 

So seien etwa die Kosten für ein Zertifizierungs-Verfahren sehr hoch. Außerdem dauere der ganze Prozess oft mehrere Monate, wenn nicht auch Jahre. Erstmal müsse die Prüfung des Produktes beantragt werden. Dann würde diese durchgeführt werden. „Natürlich empfinde ich sowas als Marktbarriere“, erklärt Schniewindt. 

"Das grenzte an Schikane"

Auch für den Kunden sei dies nicht von Vorteil. So habe sie einen Fall erlebt, bei dem der Vorgang von der Bestellung über die Zertifizierung bis hin zur Auslieferung knapp zwei Jahre gedauert habe. „Das grenzte schon fast an Schikane“, sagt sie. 

Ein Freihandelsabkommen wie TTIP hätte vieles erleichtert. Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung der Geschäftsführerin: „Ich verspreche mir von TTIP eine höhere Durchsetzungskraft international geltender Normen im US-Markt.“ 

Mit der Wahl von Trump sei ein solches Abkommen allerdings „in weite Ferne gerückt“. Er mache sich eher stark für den Aufbau als für den Abbau von Handelsbarrieren. Ebenfalls bedauere sie die Berichterstattung zu dem Abkommen: „Die Diskussionen und Beiträge wurden immer nur auf das Chlorhühnchen reduziert.“ Dabei hätte besonders Deutschland, als exportgetriebene Nation, Vorteile aus TTIP ziehen können.  Sie erkannte aber auch an, dass die Informationspolitik rund um die Verhandlungen und das Abkommen mangelhaft gewesen sei. 

Ausstieg aus Abkommen angekündigt

Welche Auswirkungen der Amtsantritt von Donald Trump auf den internationalen Handel haben wird, bleibt letztendlich abzuwarten.Für die ersten 100 Tage hat er aber bereits den Ausstieg aus dem transpazifischem Freihandelsvertrag TPP angekündigt. Am asiatischen Markt sorgte diese Entscheidung für Entsetzen.

Trump erklärte, dass für ihn ein solches Abkommen eine „potenzielle Katastrophe“ sei. Stattdessen wolle er „gerechte, bilaterale Handelsverträge vereinbaren sowie die Arbeitsplätze und Industrien zurück nach Amerika bringen“. Ein klares Signal also auch für erschwerte Handelsbeziehungen zwischen Amerika und Europa.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare