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„Es macht einfach Spaß“: Trimmpfad wird seit 50 Jahren gepflegt

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Von: Carla Witt

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Sprungübungen Vita-Parcours Kohlberg
Der Neuenrader Rainer Bialas nutzt den Vita-Parcours regelmäßig. © Carla Witt

Er ist als Neuenrader „Trimmpfad“ bekannt geworden, wurde durch den Orkan Kyrill fast komplett zerstört und dann 2008 als „Vita-Parcours“ mit neuem Konzept eröffnet: Die Strecke am Kohlberg hat inzwischen ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Genau heute vor 50 Jahren wurde der Trimm-pfad im Rahmen einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben.

Neuenrade - Natürlich waren die Mitglieder des damaligen Ausschusses für Sport und städtische Anlagen mit von der Partie. „Denn der Antrag, den Trimmpfad zu errichten, kam aus diesem politischen Gremium“, weiß Neuenrades Kämmerer Gerhard Schumacher. Ob die Kommunalpolitiker sich damals sofort daran gemacht haben, die etwa zwei Kilometer lange Trimmstrecke mit ihren 20 Übungsstationen zu testen, ist allerdings nicht bekannt.

Aus der Zeitung erfuhren die Neuenrader kurz nach der Eröffnung: „Die Initiatoren hoffen, dass Bürger und Gäste der Stadt Neuenrade von der Einrichtung regen Gebrauch machen.“ Dieser Wunsch ging in Erfüllung, der Trimmpfad in landschaftlich reizvoller Lage kam nicht nur bei eingefleischten „Trimmern“ gut an.

Im Januar 2007 war damit Schluss: „Kyrill hat auch den Trimmpfad total zerstört“, erinnert sich Gerhard Schumacher an die gewaltigen Schäden, die der Orkan im Neuenrader Stadtwald angerichtet hat. Nach groben Aufräumarbeiten im Forst begann der von den Verantwortlichen der Stadt beschlossene Wiederaufbau: Knapp zwei Jahre später entstand Ende des Jahres 2008 ein neuer Trimm-pfad am Kohlberg. „Es gab damals auch Förderprogramm für den Wiederaufbau solcher Infrastruktur“, erklärt Schumacher.

Nach dem in der Schweiz verbreiteten „Vita-Parcours“-Konzept, wurde zwischen Neuenrade und Altena ein neues Angebot aufgebaut: ein insgesamt 3,3 Kilometer langer Parcours mit geänderter, vereinfachter Streckenführung und insgesamt noch 15 Übungsstationen. „Die Übungen sind nach sportmedizinischen Gesichtspunkten zusammengestellt worden“, berichtet Gerhard Schumacher. Wer den Parcours richtig nutzt, kann nicht nur Ausdauer und Beweglichkeit trainieren, sondern auch Koordination und Kraft. Auf den „Vita-Parcours“-Hinweisschilder wird dem Nutzer ganz genau erklärt, wie die Übungen ausgeführt werden und worauf zu achten ist. Worum es bei der jeweiligen Station geht, ist auf den ersten Blick zu erkennen: Schilder mit türkis-farbenen Abbildungen weisen auf Ausdauertraining hin, geht es um Beweglich- und Geschicklichkeitsübungen sind die Schilder mit gelben Abbildungen versehen, die Farbe Rot steht für Krafttraining.

Das weiß Rainer Bialas genau. Der Neuenrader, er gehört unter anderem dem Stadtsportverband an, ist im Vorstand der Turner des TuS Neuenrade und ist Ansprechpartner für den Lauftreff des Vereins, nutzt den Vita-Parcours regelmäßig. „Schon bevor Kyrill alles zerstört hat, war ich dort unterwegs“, erzählt er. Der 57-Jährige schätzt nicht nur die Kombination von Laufeinheiten und Übungen, sondern genießt auch das landschaftliche Erlebnis während der Sporteinheiten am Kohlberg.: „Es macht einfach Spaß.“ Wer nur wenig Sport betreibt, sollte es allerdings langsam angehen lassen, rät Rainer Bialas. „Für Ungeübte ist der Parcours schon eine Herausforderung.“

Zu seinen Lieblingsübungen gehört ein Klassiker: „Klimmzüge mache ich wirklich gerne.“ Und die Station, an der Ringe für ganz unterschiedliche Übungen zur Verfügung stehen, ist für ihn etwas Besonderes: „Die Ringe gab es schon vor Kyrill. Es ist die einzige Station, die nicht zerstört wurde“, berichtet der Neuenrader. Das Laufen von einer Station zur anderen, wo beispielsweise Sprungübungen, Slalomstangen, ein Balancebalken und zum Schluss Dehnübungen auf den Sportler warten, stehen bei Bialas hoch im Kurs.

Deshalb wünscht er sich, dass die Stadt sich mehr und vor allem regelmäßig um den Parcours bemüht: An einer Kreuzung fehlt der Richtungsweiser, andere Stationen sind stellenweise zugewuchert oder teils reparaturbedürftig. Die hölzernen Parallelstangen an der sechsten Station sind sogar völlig kaputt und mit Flatterband abgesperrt.

Dass am Parcours etwas getan werden müsste, weiß auch Gerhard Schumacher. Doch gerade in der Schützenfestsaison hätten die Bauhofmitarbeiter nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Dörfern jede Menge Arbeit. „Aber es ist klar, dass wir am Kohlberg wieder einmal ran müssen.“

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