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Trauer um früheren Ortsvorsteher Josef Hochstein

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Von: Georg Dickopf

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Josef Hochstein, langjähriger Ortsvorsteher in Affeln, verstarb im Alter von 64 Jahren.
Josef Hochstein, langjähriger Ortsvorsteher in Affeln, verstarb im Alter von 64 Jahren. © Privat

Große Bestürzung herrschte im Neuenrader Ortsteil Affeln und den umliegende Dörfern, als sich die Nachricht verbreitete, dass Josef Hochstein im Alter von 64 Jahren verstarb.

Affeln - Hochstein, den Freunde „Hackel“ nannten, war nicht einfach nur ein Dorfbewohner, sondern ein Affelner, der für sein Dorf lebte und es voranbringen wollte.

Und genau das tat der Mann, dessen Eltern eine beliebte Gaststätte in der Ortsmitte führten, auf bewundernswerte Weise.

Als aktiver Spieler des SV Affeln konnte Josef Hochstein die Spiele im Familienwohnzimmer der Gaststätte mit den Mannschaftskameraden nachbesprechen. Über drei Jahrzehnte lang stand er selbst auf dem Platz und brachte den SV Affeln auch im Vorstand mit seinem Engagement nach vorn. Erst recht, als er Anfang der 90er Jahre Gesamtvorsitzender des aus drei Abteilungen bestehenden Sportvereins wurde und das auch 25 Jahre lang blieb.

Sein Wort hatte Gewicht und unter seiner Führung wagten sich die Affelner am Sportplatz Auf der Stummel kurz nach der Jahrtausendwende an den Bau eines der ersten Kunstrasenplätze in der Region. Vorbei waren die Zeiten der großen Pfützen und aufgeschürften Oberschenkel. Einzigartig war der Sportplatzbau auch deshalb, weil sehr viel ehrenamtliches Engagement etwas Großes entstehen ließ. Der unvergessene Aufstieg der ersten Fußballmannschaft in die Bezirksliga war der Lohn der Bemühungen. Unter dem Gesamtvorsitzenden Josef Hochstein stand auch Oliver Ruhnert als Trainer an der Seitenlinie, der heute Manager von Bundesligist Union Berlin ist.

Knapp 20 Jahre nach dem Sportplatzneubau setzte sich der langjährige Ortsvorsteher und CDU-Ratsherr dafür ein, dass der Platz einen neuen Belag bekam.

Doch nicht nur der Sport lag dem Fan von Bayern München am Herzen, auch die Geselligkeit hatte einen festen Platz in seinem Leben. Ob als einer der jüngsten Schützenkönige, als Vorstandsmitglied der Schützenbruderschaft, als Fußball-Experte oder einfach als Nachbar oder Freund – mit dem Herzblut-Affelner, der jahrzehntelang bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis beschäftigt war und einst auch die Affelner Filiale leitete, konnte man bei einer Flasche Bier vortrefflich über die wichtigen und unwichtigen Dinge im Leben reden.

Als Ortsvorsteher war der Vater von zwei erwachsenen Kindern Motor bei der Erneuerung der Affelner Dorfmitte, engagierte sich für den Anbau an das Affelner Feuerwehrgerätehaus und setzte sich für eine Weihnachtsbeleuchtung im Dorf ein.

Als er nach 16 Jahren aus freien Stücken als Ortsvorsteher zurücktrat, um jüngeren Nachfolgern das Ruder zu überlassen, hatte sich der kurz vor der Rente stehende Hochstein auf einen schönen Lebensabend mit seiner Frau Sabine gefreut. Doch eine tückische Krankheit durchkreuzte diese Pläne. Mehr Zeit im Kreise der Familie und mit den Enkelkindern zu verbringen oder mit seiner Frau in Südtirol zu wandern, war dem beliebten Affelner nicht vergönnt.

Seine Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt. Die Bürger von Affeln, Altenaffeln und Blintrop und viele Neuenrader werden dem auch in der Kommunalpolitik sehr engagierten Josef Hochstein ein ehrendes Andenken bewahren. Seine großen Verdienste um das Dorf Affeln bleiben unvergessen.

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