Traditionschor ist nun Geschichte

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Bei der Versammlung im Neri-Haus stimmten 18 Mitglieder für die Auflösung des Kirchenchores

Neuenrade - 85 Jahre nach seiner Gründung ist der Kirchenchor Cäcilia Werdohl/Neuenrade Geschichte. 18 stimmberechtigte Mitglieder stimmten am Montagabend im Philipp-Neri-Haus für die Auflösung – bei vier Enthaltungen.

Insgesamt waren bei der außerordentlichen Chorversammlung 25 Anwesende – darunter auch Pater Irenäus und Josef Brockhagen vom Shalomchor. Pater Irenäus sprach am Ende der 85-minütigen Versammlung das Schlusswort: „Ich bewundere jeden, der über Jahre und Jahrzehnte wöchentlich einen Abend für den Kirchenchor reserviert hat.“

Wehmütig stellte der Geistliche fest: „In vielen Bereichen der Kirche wird eine Tür zugemacht und der Schlüssel umgedreht.“ Er betonte aber auch: „Die Kirche darf nicht stehenbleiben.“ Neue Wege und Möglichkeiten erschlössen sich nun jedem Ex-Cäcilia-Mitglied.

Eine solche Möglichkeit bot Brockhagen an. Für den Shalomchor offerierte er den vormaligen Cäcilia-Sängern: „Wir haben jeden Freitag hier im Neri-Haus ab 19 Uhr Probe. Wir schließen unsere Türen nicht zu. Jeder ist willkommen.“ Chorleiter Andreas Hupperich stellte für sich fest: „Ich habe das all die Jahre gerne gemacht, für den Chor Verantwortung zu übernehmen. Es war schön mit euch. Die Auflösung jetzt tut mir sehr leid.“

 Am Sonntag, 26. März, findet ein Abschlussessen der Cäcilia-Mitglieder statt. Sie treffen sich ab 11.30 Uhr in der Gaststätte Zur Borke. Zuvor werden die Kirchenchor-Mitglieder ein letztes Mal bei einer Messe singen – und zwar ab 10 Uhr in der Kirche. Das Essen wird aus der Kasse des vormaligen Kirchenchores finanziert. Auch eine Marienkerze für den Altar in der Kirche sowie die Messintention für alle verstorbenen Chor-Mitglieder sollen bezahlt werden.

Der Rest des Geldes soll wie folgt verwandt werden: 1000 Euro gehen an das Straßenkinder-Projekt der Franziskaner in Ecuador. Jeweils 500 Euro erhalten der Jugendausschuss der Gemeinde, die Pfadfinder Neuenrade und die Pfadfinder Werdohl. Alles, was dann noch übrig bleibt, soll der Förderverein der St.-Mariä-Heimsuchung-Gemeinde bekommen. Für die Auflösung des Kirchenchores war eine Dreiviertel-Mehrheit der stimmberechtigten Anwesenden ebenso nötig wie die Anwesenheit von mehr als 50 Prozent der zuletzt noch aktiven Sänger.

 Beide Auflagen wurden im ersten Abstimmungs-Anlauf erfüllt. Die Bühnenkleidung behält jeder Sänger. Über die mögliche weitere Verwendung der Noten entscheidet der Kirchenvorstand. Die Ordner mit Schriftverkehren und Protokollen gehen ans Kirchenarchiv in Werdohl.

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