Frau in Wohnung erwürgt

Totschlag-Prozess: Blutige Bilder aus der Wohnung und weitere Zeugenaussagen

Der Prozess gegen den 22-jährigen Angeklagten wurde am Montag fortgesetzt.
+
Der Prozess gegen den 22-jährigen Angeklagten wurde am Montag fortgesetzt.

Mit weiteren Zeugenvernehmungen ist am Montag der Prozess gegen einen 22-jährigen Mann aus Neuenrade fortgesetzt worden, der seine 24-jährige Ex-Partnerin und Mutter seiner beiden Kinder erwürgt haben soll.

Die lange Liste der Zeugen macht deutlich, was am Tattag an der Bahnhofstraße in Neuenrade los war. Arzt und Notfallsanitäter versuchen immer und immer wieder zu erklären, warum das Opfer trotz unterschiedlicher medizinischer Prozeduren nicht mehr beatmet werden konnte. Sie berichten von dramatischen Bemühungen, die Atemwege der Getöteten wieder freizubekommen. „Es war eine Ausnahmesituation in allen Belangen“, erklärte ein Helfer.

Die Schilderungen verstärken den Eindruck, dass der Täter äußerst gewaltsam auf den Hals der 24-jährigen Mutter losging. Ebenso die teilweise blutigen Bilder aus der Wohnung. Seit im Landgericht große Monitore aufgehängt wurden, um den Zeugen und Prozessbeteiligten den Gang zum Richtertisch zu ersparen, ist auch die Öffentlichkeit in ganz anderer Weise beteiligt. Auch der Angeklagte ist in den Akten mit einer blutigen Schnittwunde zu sehen. Er sei „weinerlich über die Verletzung an der Schulter“ gewesen, erinnerte sich ein Polizist, der ihn ins Krankenhaus begleitete. Zuvor hatte er vor dem Zimmer der beiden schlafenden Kinder des Paares Wache geschoben, damit die Kleinen „nicht aus ihrem Zimmer kommen und das Ganze sehen“. Die Bilder und Berichte zeugen von einer sauberen und aufgeräumten Wohnung, der man auf den Fotos ansieht, dass dort Kinder lebten.

Der Fall

Ein 22-jähriger Nigerianer soll seine Ex-Partnerin (24) am 19. März in deren Wohnung an der Bahnhofstraße erwürgt haben. Zuvor hatte es wohl einen Streit gegeben, in dem es um die beiden gemeinsamen Kinder ging. Bei diesem Streit mit einem Messer wurde auch der Angeklagte verletzt. Im Hagener Landgericht muss er sich derzeit wegen Totschlags verantworten. Das Urteil soll Ende September fallen.

Verletzungen „sehr ungewöhnlich für einen Suizid“

Einstimmig erinnern sich alle Zeugen daran, dass der Angeklagte nach der Tat ruhig bis apathisch war und nicht viel redete. Ein Kriminalbeamter berichtete von einer der wenigen Äußerungen des Beschuldigten zu dem Geschehen: Die 24-Jährige habe sich im Verlauf eines Streits selber verletzen wollen und sich die Schnittwunde am Hals selber zugefügt. Eine Verletzung der Wangen sei „sehr ungewöhnlich für einen Suizid“, bemerkte der Zeuge. Vieles und auch die Schnittverletzung des Angeklagten spricht dafür, dass es einen heftigen Kampf zwischen den beiden Beteiligten gab. Doch für einen solchen gab es scheinbar keine Anzeichen in der Wohnung: „Wir haben keine Spuren eines Kampfes entdeckt“, sagte der Kriminalbeamte.

Jene Zeugin, die den verzweifelten Anruf des Angeklagten am 19. März entgegennahm und ihn so lange wie möglich in der Leitung hielt, korrigierte die Annahme, dass eine Handy-Ortung die Einsatzkräfte zum Ziel geführt habe. Eine solche Ortung könne nicht kurzfristig erfolgen, erklärte sie. Es waren ihren Angaben zufolge die Signalhörner der Einsatzfahrzeuge, deren Annäherung sie über das Handy des Angeklagten verfolgen konnte.

Der Prozess wird am Mittwoch, 15. September, ab 12 Uhr im Landgericht fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare