Prozess beginnt

22-Jähriger soll Ex-Freundin erwürgt haben: Vorwurf des Totschlags

Nach dem Familiendrama im März in der Wohnung an der Bahnhofstraße in Neuenrade sicherten Experten die Spuren.
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Nach dem Familiendrama im März in der Wohnung an der Bahnhofstraße in Neuenrade sicherten Experten die Spuren.

Am Montag beginnt im Landgericht Hagen der Prozess gegen einen 22-jährigen Angeklagten aus Neuenrade, der die 24-jährige Mutter seiner beiden Kinder am 19. März 2021 mit einem Messer schwer verletzt und anschließend erwürgt haben soll.

Die Anklage geht weiterhin nicht davon aus, dass Mordmerkmale vorliegen. Der 22-Jährige, der wie sein mutmaßliches Opfer aus Nigeria stammt, muss sich deshalb wegen Totschlags verantworten.

Laut Anklage hat der 22-Jährige am Tattag seine beiden Kinder aus der Kindertagesstätte abgeholt und zu seiner getrennt von ihm in einer Wohnung an der Bahnhofstraße in Neuenrade lebenden Ex-Freundin gebracht. Möglicherweise waren die beiden nach nigerianischem Recht sogar verheiratet.

Kinder schliefen in ihren Betten

In der Wohnung der 24-Jährigen soll es dann, nachdem die Kinder für einen Mittagsschlaf zu Bett gebracht worden waren, zu einem Streit zwischen dem Angeklagten und seiner Ex-Freundin über die Erziehung gekommen sein. Angeblich zeigte sie sich überfordert von den beiden Kindern, einem zum Zeitpunkt der Tat zweijährigen Mädchen und dessen dreijährigem Bruder. Die Einsatzkräfte fanden die Kinder schlafend in ihren Betten. Beide leben inzwischen bei einer Pflegefamilie.

Tödlicher Familienstreit in Neuenrade - Frau (24) stirbt

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Im Verlauf der Auseinandersetzung mit seiner Ex-Freundin soll der Angeklagte ihr zunächst mit einem Messer zwei Stichwunden im Gesicht beigebracht und sie anschließend gewürgt haben. Die Anklage geht davon aus, dass sie erstickte. Der Angeklagte soll noch selbst den Notruf gewählt haben. Die Rettungskräfte konnten die junge Frau jedoch nicht mehr reanimieren. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Experten sicherten Spuren und anschließend nahm eine Mordkommission die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat auf.

Bis zu 15 Jahre Haft sind möglich

Für die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen sieht das Strafgesetz in der Regel eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren vor. Eine lebenslängliche Haftstrafe droht nur dann, wenn das Gericht sogenannte Mordmerkmale feststellt. Dazu zählen „Mordlust“, „Heimtücke“, „Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstriebes“, Habgier, eine Tötung zur Verdeckung einer Straftat und „sonstige niedrige Beweggründe“. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat acht Verhandlungstage anberaumt.

Der Prozess beginnt am Montag, 6. September, um 12 Uhr im Saal 201 des Landgerichts. Das Urteil soll Ende September gesprochen werden.

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