Chirurgische Praxis an der Bahnhofstraße

Arzt eröffnet Chirurgische Praxis mitten in kleiner Stadt im MK

+
Dr. Torsten Schulz in seinem OP-Raum in der Praxis an der Bahnhofstraße.

Neuenrade - Er ist Spezialist für Hände und Füße: Dr. Torsten Schulz (53) betreibt an der Bahnhofstraße eine chirurgische Praxis. Für eine Stadt der Größenordnung Neuenrades ist das keine Selbstverständlichkeit. Für den Chirurgen, der zuvor in einem Krankenhaus hohe Arbeitsbelastung und Wochenenddienste kennen gelernt hat, hat sich aber ein Traum erfüllt.

Gemessen an den Arbeitsbedingungen gehört der Beruf des Chirurgen sicher zu den anspruchsvollsten Jobs überhaupt: Medizinstudium, Facharztausbildung und dann die alltägliche Arbeit, bei der es häufig um Leben oder Tod geht. Stundenlang konzentriert stehen und dabei operieren ist nicht ohne. „Das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks ist eine anstrengende Angelegenheit. Schwere körperliche Arbeit ist nicht selten im OP“, sagt Dr. Torsten Schulz, der an der Bahnhofstraße eine chirurgische Praxis hat.

Und Schulz weiß, wovon er spricht. Das deuten schon seine Vita und der entsprechende Erfahrungshorizont an. Der 53-Jährige Dr. Schulz war bis 2011 leitender Oberarzt der Chirurgie im Attendorner Krankenhaus. Nach einigen Monaten Praxisvertretung bei Dr. Reinke in Plettenberg hatte er am 11. Januar 2012 seine eigene chirurgische Praxis am Grafweg in Plettenberg übernommen – nun hat er eine solche Praxis in Neuenrade an der Bahnhofstraße.

Breites Behandlungsspektrum

Da sollten sich die Neuenrader freuen, denn nicht jede Stadt in der Umgebung – vor allem in der Größenordnung Neuenrades – kann damit aufwarten: Eine chirurgische Praxis, die eine große Bandbreite an Operationen und Untersuchungen anbietet.

Schulz kann mit seiner Praxis ein breites Spektrum abdecken: Das reicht von der Spezialisierung auf hand- und fußchirurgische Operationen, proktologische Operationen, die differenzierte Behandlung akuter und chronischer Wunden (Schulz ist zudem ärztlicher Wundtherapeut), die Behandlung von Haut- und Weichteilgeschwülsten, die Behandlung von Erkrankungen der Gallenblase, der Schilddrüse und anderer allgemeinchirurgischer Krankheitsbilder bis zur Behandlung von Unfällen und Verletzungen.

Arzt-Leistungen aus einer Hand

Die fachärztliche Leistung kommt dabei aus einer Hand, denn die Praxis verfügt über entsprechende diagnostische Möglichkeiten: Dr. Schulz hat unter anderem eine digitale Röntgenanlage. Auch die Labor- und Ultraschalldiagnostik ist möglich. Der Facharzt für Chirurgie ist Spezialist für Hände und Füße – ein sensibler Bereich mit Sehnen, Gelenken, vielen Nervensträngen und Blutgefäßen. Schulz führt die handchirurgischen Operationen zum größten Teil unter Verwendung spezieller Instrumente, optischer Vergrößerungen und mit Anlage von Blutsperren aus.

Die Fußchirurgie bildet einen wichtigen Teil des Schulzschen Behandlungsspektrums ab. Der Chirurg kooperiert dabei mit anderen Fachkräften. So gibt es bei ihm eine Fußsprechstunde. Medizinisch notwendige Einlagen oder Schuhzurichtungen können während dieses zeitlichen Angebotes durch einen Fachmann, der aus der Klinik Volmarstein kommt, angepasst und geplant werden.

Durch die Versorgung vor Ort entstehen für die Patienten keine weiteren Wege, um zum Beispiel Rezepte über Schuheinlagen einzulösen.

Nicht viel Konkurrenz

In Sachen Chirurgie von Hand oder Fuß hat Dr. Schulz nicht viel Konkurrenz. Mit arthroskopischen Behandlungen hat Dr. Schulz die Möglichkeiten für die Patienten erweitert. „Die Methode ist ein Segen. Sie hat viele offene Eingriffe abgelöst, der Körper wird auf diese Weise weitaus weniger belastet.

Arthroskopie ist Teil der Facharztausbildung, bedarf aber einer zusätzlichen Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die nur durch den Nachweis entsprechender Erfahrung erteilt wird. Diese Eingriffe erfolgen unter Vollnarkose. „Zum Einsatz kommen mit kleinen Schnitten eine ins Gelenk eingeführte Kamera mit angeschlossenem Flachbildmonitor sowie ein spezielles Operationsinstrumentarium“, erläutert Schulz.

Das Alter der Patienten für diese Methode reicht von unter 20 bis über 80 Jahren mit akuten Verletzungen (zum Beispiel Meniskus- oder Bänderrisse, Knorpelschäden, aber auch verschleißbedingte Veränderungen wie Arthrose.

Montags wird operiert

Die Praxis ist durchorganisiert, manches hat der Doktor ausgelagert, wie die Instrumentensterilisation. Schulz legt Wert auf „eine ausführliche Diagnose“, setzt dabei alle Möglichkeiten ein. Er hat einiges an Geld in die Hand genommen. Allein ein OP-Tisch kostet ein kleines Vermögen, bei einer Röntgen-Anlage ist man leicht mit 100.000 Euro dabei.

Montags ist OP-Tag: Dann wird ein Narkosearzt mit seinem Team gebucht. Das ist durchaus Usus, das Team arbeitet sozusagen freischaffend. „Narkoseärzte haben keine Residenzpflicht, sie können die Operateure in deren Räumen aufsuchen“, sagt Schulz. Das System ist dabei so organisiert, dass keine Gefahr für den Patienten besteht. Patienten mit beispielsweise hohen internistischen Risiken würden stationär in ein Krankenhaus überwiesen.

MVZ konkurriert mit Krankenhäusern

Dass Dr. Torsten Schulz nun als selbstständiger Chirurg in einer niedergelassenen Praxis arbeitet, hat sich aus seiner persönlichen Lebenswirklichkeit ergeben. Im Krankenhaus habe es eine gewaltige Arbeitsbelastung gegeben, viele Wochenenddienste und wenige Ärzte. Und nun selbstständig zu sein sei interessant, zudem sei er „sein eigener Herr“, sagt Schulz.

Die medizinische Szene und die örtliche Gesundheitspolitik in Neuenrade und Umgebung verfolgt der erfahrene Mediziner mit Interesse. In Sachen Medizinisches Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN) sagt er: „Entscheidend ist, dass das MVZN Zulauf durch Ärzte bekommt. Aber je größer, je schwieriger wird so etwas. Es ist ein administrativer Kopf nötig. Und was Gehälter anbelangt, so muss das MVZN mit Krankenhaustarifen konkurrieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare