Tolles Doppelkonzert des Rennquintetts

NEUENRADE ▪ Wenn musikalische Virtuosität auf eine ordentliche Portion Humor trifft, dann ist köstliche Unterhaltung garantiert. Davon durften sich am Wochenende die Besucher im Kaisergarten persönlich überzeugen. Das Blechbläser-Ensemble Rennquintett gab ein Doppelkonzert in der Hönnestadt, am Samstag für die Erwachsenen, tags drauf dann für den Nachwuchs.

Und alle Generationen hatten gleichermaßen ihre helle Freude an Martina Reitmann, Uwe Zaiser, Ralf Rudolph, Jochen Scheerer und Peter Leiner.

Zu dem Blues-Stück „just a closer walk“ marschierten die fünf Vollblutmusiker in den Saal, am Samstag von weit mehr als 400 Augenpaaren verfolgt, am Sonntag waren es weniger, aber dafür strahlten die Kinderaugen umso heller. Peter Leiner, der Professor genannt, führte als Moderator durch das Programm und verpackte sein Fachwissen für jedermann und jedes Kind verständlich. Was eine musikalische „Fuge“ ist, dürfte seit diesem Wochenende jeder Besucher wissen – und auch so schnell nicht vergessen. Denn die Erwachsenen bekamen den Fachausdruck in kabarettistischer Manier näher gebracht, die Kinder mussten die Tonfolge in einem G-Moll-Werk von Bach am Sonntag zählen. Spaß war in beiden Varianten garantiert.

Womit setzt man ein Konzert dann fort? Entweder mit „When the saints go marching in“ oder mit Händels „Hallelujah“. Das Quintett wurde sich nicht einig und kombinierte die beiden so unterschiedlichen Stücke auf eine wunderbar harmonische Art. Kaum zu glauben, aber es funktionierte. Wie die Zuschauer zu so einer wilden Mischung zu klatschen hatten, mussten sie zuvor beim Radetzky-Marsch proben. Ein Programm von Bach bis Blues hatten die fünf herausragenden Blechbläser versprochen, übertrafen die Erwartungen aber deutlich. Das sahen auch die Kleinen am Sonntag so, die eine auf sie maßgeschneiderte Zusammenstellung serviert bekamen. Zu Korsakows Hummelflug musste das Publikum natürlich summen, als würden eine Million Hummeln durch den Saal des Kaisergartens schwirren. Und wie man mit einfachsten Mitteln Trompete spielt, bekamen auch die Kinder präsentiert. Genau 238 Zentimeter muss der Gartenschlauch für eine C-Dur-Stimmung lang sein, am einen Ende ein Trichter, am anderen ein Mundstück. Uwe Zaiser, der Clown im Quintett, stellte seine außergewöhnlichen Qualitäten selbst mit diesem „Hornbach“-Instrument unter Beweis. ▪ Markus Jentzsch

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