Beschwerde durch Staatsanwaltschaft geprüft

Tödlicher Schuss in Affeln: Kein Verfahren

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Wochenlang hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm Akten zu dem Fall eingesehen.

Affeln - Gegen den Jäger aus Affeln, der im April einen 18-jährigen Einbrecher in seinem Wohnhaus erschossen hatte, wird kein Verfahren eingeleitet. Dies bestätigte Tim Engel, Oberstaatsanwalt und Pressedezernent bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm, am Freitag auf Nachfrage der Redaktion. 

Zuvor hatte bereits die Hagener Staatsanwaltschaft so entschieden. Dagegen hatte die Familie des Getöteten Beschwerde eingelegt. Diese wurde von der Generalstaatsanwaltschaft überprüft.

In der Nacht vom 26. auf den 27. April war der 18-Jährige in ein Fachwerkhaus in Affeln eingedrungen. Der Hausbesitzer, ein 63-jähriger Pensionär und Hobby-Jäger, war durch Geräusche im Nebenzimmer aufgewacht. Daraufhin griff er sich seine Pistole, die in der Nähe des Bettes lag, und folgte den Geräuschen. Im angrenzenden Zimmer traf er auf den oder die Täter. 

Mit Kopfschuss getötet

Staatsanwalt Maas, stellvertretender Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Hagen, erklärte, dass letztlich nicht genau zu klären gewesen sei, wie viele Täter anwesend waren. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit aber zwei“, führte er weiter aus. Nach eigenen Aussagen sei der Überfallene mit einer Taschenlampe geblendet worden und habe sich angegriffen gefühlt. Mit einem Schuss in den Kopf tötete er daraufhin den Eindringling. 

Die Staatsanwaltschaft Hagen wertete dies vor Monaten als Notwehr und erhob keine Anklage wegen des Verdachts auf Totschlag. Weil die Tat in der Nacht geschah und die Lage unübersichtlich gewesen sei, gelte das Prinzip der Notwehr. So sei der Schütze „nicht dazu verpflichtet gewesen, Risiken bei seiner Verteidigung einzugehen“, erklärte Maas. 

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Die Familie des toten Einbrechers legte gegen diese Auffassung allerdings Beschwerde ein. Geprüft wurde diese von der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm. Das gesamte Procedere hatte sich über mehrere Wochen hingezogen. 

Fehlinformation gelangt an die Öffentlichkeit

Aufgrund eines Kommunikationsfehlers gelangte vor einigen Wochen die Fehlinformation an die Öffentlichkeit, dass die Generalstaatsanwaltschaft die Überprüfung der Beschwerde abgeschlossen habe. Damals verkündete auch das Nachrichtenportal Focus Online diese falsche Meldung. Verantwortliche bei den Staatsanwaltschaften in Hamm und Hagen bedauerten diesen Fehler. 

Umso erfreuter war Tim Engel gestern, endlich eine Entscheidung verkünden zu können. „Wir befinden die Auffassung der Hagener Kollegen als rechtlich vollkommen in Ordnung“, betonte er. Nun habe die Familie nur noch die Möglichkeit einen Antrag auf ein Klageerzwingungsverfahren zu beantragen. Der Jäger aus Affeln zeigte sich erleichtert, nachdem er von der Entscheidung erfahren hatte. Er sei froh, dass das „Chaos und die Ungewissheit“ jetzt vorbei seien.

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