Restaurant auf dem Kohlberg

Tiroler Stub‘n: Darum verliefen die ersten Monate so turbulent

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Die Tiroler Stub‘n auf dem Kohlberg betreibt der Österreicher Gerald Strutzmann seit Ende November. Nach anfänglichen Problemen, ist er mittlerweile sehr zufrieden, wie es in seinem Restaurant läuft.

Neuenrade – Gerald Strutzmann ist seit gut einem Vierteljahr der Österreicher im Sauerland. Strutzmann betreibt auf dem Kohlberg in Neuenrade das Restaurant Tiroler Stub‘n. Mit Erfolg.

Denn der Gastronom hat mit seinem Angebot österreicher Spezialitäten und frischer Küche eine Marktlücke gefunden – und eine turbulente Startphase hinter sich. 

Strutzmann hatte nämlich kaum so richtig angefangen in der Hönnestadt, da war er „nach vier Tagen“ schon kurz davor, die Brocken hinzuschmeißen. Doch er ließ sich zum Weitermachen überreden. „Leute vom Skiverein haben mich unterstützt, mir Mut zugesprochen und positives Feedback gegeben. Das war für mich Motivation“, sagt der Österreicher. 

Personal lässt Inhaber hängen

Denn gleich zu Beginn kamen drei Servierkräfte nicht, zudem war die bestellte Kasse nicht rechtzeitig geliefert worden. „Erst abends wurde ein Ersatzkasse gebracht“, so Strutzmann. Hinzu kam, dass sein Koch mit dem Besucheransturm offenbar überfordert war und schließlich „fahnenflüchtig“ wurde. 

Gerald Strutzmann war einige Zeit fast auf sich allein gestellt. „Es gab Tage, da war ich Koch und Kellner.“ Eben mutterseelenallein: „Ich habe gekocht, dann serviert und hinterher auch noch alles geputzt. Ich war morgens um 6 Uhr fertig, konnte mich dann auch nicht mehr hinlegen und bin gleich zum Einkaufen gefahren. Ich habe mich mit Energiedrinks und Espresso über Wasser gehalten, habe echt gedacht: Mein Schwein pfeift.“ 

Koch aus der Kostbar

Doch das Durchhalten hat sich gelohnt: Ein Koch der ehemaligen Kostbar, die seit dem Tod von Manager Mathias Pielhau kurz vor Weihnachten geschlossen ist, fragte nach Arbeit und erhielt den Job. Inzwischen sei er so weit, dass „er der österreichischen Küche Herr ist“. Am Wochenende, wenn in den Tiroler Stub‘n ohne Reservierung meist kein Tisch zu bekommen ist, helfe zudem ein Landsmann aus Kärnten aus. 

Gerald Strutzmann

Strutzmann jedenfalls freut sich, dass er nach den turbulenten Anfangszeiten auch von manchem Gast eine zweite Chance bekommen habe. „Diese Geste war bei allen vorhanden, die nicht zufrieden waren. Es gab ja Probleme mit Wartezeiten beim Essen.“ 

Gutes Feedback

Letztlich sei er auch geblieben, weil er von unterschiedlichen Seiten gutes Feedback bekommen habe. „Grundsätzlich finden meine Idee alle klasse und es gut so, wie es ist“, berichtet Strutzmann, der wolle, dass sein Restaurant eben „eben a bisserl holzig ist“. Auch wenn es für den einen oder anderen Gast vielleicht etwas zu rustikal sei. Zuspruch habe er nicht nur von den Neuenradern, sondern besonders auch von Gästen aus Altena, Dahle und Werdohl erhalten. 

Mittlerweile läuft am Kohlberg alles zu Strutzmanns Zufriedenheit. Weitere Fehlerquellen habe er aufgetan und beseitigt. Jetzt sei er in einem ruhigen Fahrwasser: „Es läuft wie am Schnürchen, personell haben wir gut aufgestockt.“ Doch Strutzmann hat auch noch Wünsche: „Eine Beiköchin, das wäre jetzt das Tüpfelchen auf dem I.“ Und Servicekräfte könne er immer noch gebrauchen. 

Speisekarte wird erweitert

Denn der Österreicher hat schon wieder neue Ideen. So werde die Speisekarte erweitert. „Ich bin personell so weit sicher, dass das zu leisten ist, ich habe so gute Kräfte jetzt, dass es machbar ist.“ 

Ab März soll es unter anderem Zwiebelrostbraten und Schweinemedaillons geben, das Salatangebot wird vergrößert, Spinat- und Fleischknödel werden auf der Karte stehen, mehr Desserts und auch Fisch. Die Wanderer auf dem Kohlberg möchte er ansprechen mit „Trockenwürschtl“ und „Bretteljause“. Deshalb soll auch die Umlage des Restaurants verbessert werden: „Wir werden die Wege zum zum Quitmannsturm und zum unteren Parkplatz freischneiden.“

Die Tiroler Stub‘n auf dem Kohlberg hat Gerald Strutzmann Ende November eröffnet. Zuvor hatte das Restaurant einige Monate leer gestanden, nachdem Inhaber Luca Pinato das Belvedere geschlossen und als angestellter Koch in das Restaurant Ikarus am Küntroper Flugplatz gewechselt war. Dienstags ist Ruhetag in den Tiroler Stub‘n. Ansonsten ist das Restaurant, Kohlberg 4, täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet. Zu erreichen ist Strutzmann unter Tel. 02392/8088680.

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