Große Investition

Tiroler Stub’n: So bereitet sich das Restaurant auf die Nach-Corona-Zeit vor

Bei den Tiroler Stub’n setzen Wirt Gerald Strutzmann und Eigentümer Michael Ulbricht vor allem auch auf die Außengastronomie.
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Bei den Tiroler Stub’n setzen Wirt Gerald Strutzmann und Eigentümer Michael Ulbricht vor allem auch auf die Außengastronomie.

Sogar zu Coronazeiten ist auf dem Parkplatz des Restaurants Tiroler Stub’n am Kohlberg in Neuenrade manchmal kaum ein Parkplatz zu bekommen.

Denn häufiger stehen auch Wohnmobile dort: Erst jüngst wieder aus Konstanz oder auch aus Dortmund. Die Wohnmobilfahrer nebst Anhang machen extra Halt an dem österreichischen Restaurant, um sich ein „Wohnmobil-Dinner“ zu gönnen.

Familie Gottschalk aus Konstanz am Bodensee war am Donnerstag auf der Durchreise und hatte ein abendliches Mahl gebucht. Und Stammkunden aus Dortmund – Familie Glawe mit zwei Kindern und Hund – kamen „extra des guten Essens wegen“ zum Kohlberg und gönnten sich die Mahlzeit in den eigenen vier Wänden auf Rädern – mit Service natürlich. Den musste am Donnerstagabend Servicekraft Kerstin Mümken leisten, während sich Restaurant-Chef Gerald Strutzmann in der Küche um Burger, Haxen und Schnitzel kümmerte. Mümken hatte gut zu tun. Vom Hintereingang der Küche mit Maske und beladenem Tablett musste sie ein paar Mal den Weg hinab, kurz über die Landstraße huschen und dann am Wohnmobil klopfen, wo freudige Kunden das Essen in Empfang nahmen – auf Abstand sich. Für Mümken alles kein Problem: Servicekräfte sind es schließlich durchaus gewohnt an einem Abend viel zu laufen.

Nur ein Zusatzgeschäft

Indes: Das Zusatzgeschäft mit den Wohnmobilen – hierbei können auch Getränke verkauft werden – sei aber eben ein Zusatzgeschäft und auch dieses Außer-Haus-Geschäft funktioniere in der Regel nur am Wochenende gut.

Kerstin Mümken bringt hier gerade ein umfassendes Abendessen an das gut besetzte Wohnmobil.

Inzwischen seien viele Menschen zudem grundsätzlich genervt vom Essen aus Einweg-Geschirr und hätten keine Lust mehr auf die Verpackung. Gleichwohl: Die Umsätze unterstützten aber beim Überleben, zeigten, dass man als Restaurant noch existiere, erläuterte Gerald Strutzmann. Der Betrieb könne so auch aufrechterhalten werden. „Ich muss jeden Tag kämpfen.“ Er habe sich seelisch und finanziell zwischenzeitlich am Limit bewegt. Wenn nicht jüngst die staatliche Unterstützung in Form eines Abschlags für den Monat November gekommen wäre.... Strutzmann vollendete den Satz nicht.

Eigentümer investiert 80.000 Euro

Aber er ist Optimist und hat Grund dazu. Denn er kann durchaus zuversichtlich in die Zukunft schauen: Der Gebäudeeigentümer Michael Ulbricht investiert eine erheblich Summe in den Restaurantbetrieb. 80 000 Euro insgesamt nimmt er in die Hand, um vor allem den Außenbereich der Tiroler Stub’n neu zu gestalten und auch zu vergrößern. So wird die bisherige Terrasse durch einen Metallanbau um das doppelte vergrößert, zudem soll im bisher restauranttechnisch ungenutzten Bereich hinter dem Gebäude ein außengastronomisches Areal mit Brotbackofen und etlichen Sitzplätzen entstehen.

Denn angesichts der vielen Wanderer, Freizeitsportler und Touristen auf dem Kohlberg bilden diese Menschen auch den wichtigen Baustein für das Konzept, das offenbar die Außengastronomie im Fokus hat. Es gibt inzwischen eine Beschilderung und freigeschlagen Pfade, die den Wanderer zur nahen Tiroler Stub’n locken sollen. Dort können sich erschöpfte Wanderer dann bei einer „Brettljause mit frischem Brot“ ein Päuschen gönnen. Insgesamt werden draußen nun 160 zusätzliche Sitzplätze geschaffen, sodass die Tiroler Stub’n theoretisch 200 Gäste draußen, plus 95 Gäste in den Innenräumen versorgen könnte.

Mehr Personal erforderlich

Diese Sachinvestition wird weitere Investitionen – sicher ist mehr Personal nötig – nach sich ziehen. Sollte das Pandemiegeschehen abklingen, so ist es nicht nur Stub’n-Wirt Gerald Strutzmann, sondern es sind auch andere Gastronomen, die darauf hoffen, dass die Behörden in Bälde wenigstens Außengastronomie zulassen.

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