Tipps und Tricks für spannende Vorlesestunden

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Ihr Lesetalent konnten die Teilnehmer des Vorbereitungskurses zumindest schonmal vor anderen Erwachsenen beweisen – die Premiere vor neugierigen Kindern folgt.

NEUENRADE -  Der Tisch ist übersät mit Kinderbüchern, dazwischen Tassen mit dampfendem Getränken, einige Kinderpuppen liegen verstreut herum. Und doch sind alle Anwesenden erwachsen.

In der Stadtbücherei trafen sich am Mittwoch die angehenden Lesepaten zu einem Vorbereitungs-“Workshop“ auf ihre Vorlesestunden in Kitas und der Bibliothek. Die Nervosität war einigen der elf anwesenden Paten anzumerken, zum ersten Mal vor einer Gruppe fremder Kinder vorlesen: was wenn ein Kind stört – oder jungen Zuhörern die ausgesuchte Geschichte nicht gefällt? Fragen und Unsicherheiten, die eben dieser Workshop beheben sollte. Sandra Horny, Leiterin der Stadtbücherei und des Zelius, gab Tipps und Antworten. „Die Lesung vorbereiten, ein bestimmtes Buch aussuchen und proben“, war einer ihrer ersten Tipps. Auf Vorlesewünsche der Kinder könnte dann immer noch eingegangen werden.

Und so hatten auch alle Lesepaten zum Workshop ein Buch mitgebracht, dass sie den Kindergartenkindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren vorlesen wollten. Sehr beliebt waren dabei die Abenteuer des kleinen Rabens „Socke“. Der durch sein forsches, teils freches Auftreten immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Gleich zwei der Paten hatten eine Geschichte vorbereitet. Viele der Vorlesepaten haben Bücher ausgesucht, die Gelegenheit bieten mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Ein Buch, dass Erlebnisse aus einem Urlaub schildert, biete den Zuhörern etwa die Möglichkeit die eigenen Erfahrungen aus dem letzten Urlaub zu berichten, so könnte eine anfängliche Distanz überwunden werden.

Angesprochen wurden aber auch Problemfälle, etwa wenn ein Kind kontinuierlich stört oder wenn die jungen Zuhörer tuscheln. Jeder der Vorlesepaten konnte seine eigenen Strategie zur Diskussion stellen, wie er damit umgehen würde. „Wenn ein Kind stört, würde ich ihm erklären, dass das nicht geht und es dann, wenn es nicht aufhört, zurück in seine Kita-Gruppe schicken“, erläuterte einer der Paten seine geplante Vorgehensweise. Andere nickten, auch Sandra Horny stimmte zu: „Ähnlich würde ich es auch machen, das Vorlesen ist ja ein Bonus, keine Verpflichtung.“ Für unterschiedliche Problemszenarien wurden Lösungsstrategien vorgestellt, sogar für das gefürchtete: „Das ist aber langweilig!“ Jeder der Vorlesepaten bekam zudem eine Zusammenfassung mit Tipps für ein ansprechendes und spannendes Vorlesen und mit den Kontaktadressen der anderen Paten.

Zu der Gruppe in der Stadtbücherei gesellten sich noch Mitarbeiterinnen der Neuenrader Kitas, die die weitere Zusammenarbeit mit den Paten im Detail besprachen. Eine weitere Lesegruppe wird in der Bibliothek eingerichtet. Als erster Vorlesetermin ist Samstag, 8. März, vorgesehen.

Von Sebastian Berndt

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