Tierschutzverein: Jährlich bis zu 120 Notfälle

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Frische Waffeln gab es von den Mitarbeitern des Tierschutzvereins für die Baumarkt-Besucher gegen eine kleine Spende.

Neuenrade/Werdohl - Über mangelnde Aufgaben und damit verbundene Kosten kann sich der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade nicht beklagen.

Um die wichtige Arbeit weiterhin finanzieren zu können, starteten Vereins- und Vorstandsmitglieder am Freitag eine Aktion. Im Eingangsbereich des Hagebaumarktes Arens & Hilgert bauten sie einen Waffelstand auf, an dem schnell Hochbetrieb herrschte. Viele Kunden blieben am Stand des örtlichen Tierschutzvereins stehen und orderten die mit Puderzucker bestreuten Waffeln. 

Einmal im Jahr veranstaltet der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade diese Aktion. Es geht es um Hilfe für in Not geratene Tiere, denen nach Möglichkeit ein liebevolles Zuhause vermittelt werden soll. Speziell wird der Erlös der Waffelbackaktion aber dazu eingesetzt, um sogenannte Streunerkatzen zu kastrieren. Zu den Aufgaben des Vereins zählt natürlich auch die Versorgung der Tiere in der vereinseigenen Auffangstation an der Gildestraße in Werdohl beziehungsweise der privaten Pflegestelen sowie die Durchführung von Vor- und Nachkontrollen. 

Bis zu 150 Euro pro Katze

Wie Dr. Constanze Carstens-Beste auf Nachfrage erklärte, sind bis zu 150 Euro für die Kastration einer Streunerkatze aufzubringen, gleichzeitig werden die Tiere direkt entwurmt. Die Tierärztin, die als Zweite Vorsitzende ehrenamtlich in dem Tierschutzverein mitarbeitet, weist aber auch darauf hin, dass der Betrag pro Katze leicht auf etwa 200 Euro steigen könne, wenn Flöhe und Zecken mit entfernt werden müssten. 

Im Jahresdurchschnitt sind es 40 Streunerkatzen, die in der Obhut des örtlichen Tierschutzvereins sind. In der Regel handelt es sich um Tiere, die dem Verein gemeldet werden. Die Kosten für Kastration und weiterer Hilfe erreichen somit einen fast fünfstelligen Betrag, der zur Behandlung der Streunerkatzen aufzubringen ist. 

Vom Kaninchen bis zur Schildkröte

Insgesamt sind es jährlich etwa 120 in Not geratene Tiere, um die sich die Tierschützer bemühen. Die Art der Tiere reicht von der Katze bis zum ausgesetzten Kaninchen, vom ebenso ausgesetzten Meerschweinchen bis zum Vogel. Zu den hilfebedürftigen Tieren zählen auch Wasserschildkröten, die von ihren Eigentümer mehrfach in der Lenne ausgesetzt, dann von Spaziergängern aufgefunden und abgegeben wurden. Es passiert laut Dr. Constanze Carstens-Beste aber auch immer wieder, dass Tierfreunde eine Tierliebe an den Tag legen, die nicht artgerecht und kein Notfall ist. So werden immer wieder auch kleine Vögel gemeldet und abgegeben, die wegen ihrer Größe hilfebedürftig erscheinen, tatsächlich aber nach wie vor unter der Aufzucht der Mutter sind. „Meistens kann die vermeintliche Hilflosigkeit der kleinen Vögel aber bereits am Telefon geklärt werden“, so Carstens-Beste. 

Mit Reptilien hat sich der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade zuletzt wenig auseinandersetzen müssen. Gemeldet wurde einmal eine Ringelnatter, die offenbar einen Frosch erbeutet und im Maul hatte. Von einer möglichen Hilfe wollte die Ringelnatter jedoch nichts wissen: Der Frosch als Beute konnte aus dem Maul der Schlange entkommen.

Kontakt 

Der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade hat an der Werdohler Gildestraße seine Auffangstation, die jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr für Interessierte geöffnet ist. Ansprechpartnerin (auch für Vermittlung) ist Marlies Ruth. Weitere Informationen online unter www.tierschutzverein-werdohl-neuenrade.de.

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