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Tierischer Zuwachs: Pippa, Knut und Herr Nilsson bereichern Kita

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Von: Peter von der Beck

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Pippa, Knut und Herr Nilsson: Die drei Alpakas bereichern zur Freude der Kinder seit einiger Zeit den Kindergarten Villa am Wald.
Pippa, Knut und Herr Nilsson: Die drei Alpakas bereichern zur Freude der Kinder seit einiger Zeit den Kindergarten Villa am Wald. © Peter von der Beck

Schüchtern, mit leicht gesenkten Köpfen halten die Kinder ihre Hände ausgestreckt dem stattlichen Tier entgegen. In der Kita Villa mittendrin gibt es jetzt besonderen Zuwachs.

Neuenrade – Pippa kommt vorsichtig näher und frisst dem ersten Kind das Kraftfutter aus der Hand. Kraftfutter kann sie gebrauchen, schließlich ist sie schwanger und braucht Energie. Schnell rücken die anderen Kinder nach, halten ebenfalls Futter hin, dann wird es der Alpaka-Stute zu eng und sie zieht sich wieder zurück. Die beiden jungen Hengste halten zunächst ganz Abstand.

Die Kinder der Kita am Wald sind fasziniert von den Tieren – auch wenn Fiete nicht genau weiß, was er von den Alpakas halten soll und „lieber einen Hund hätte“. Mira aus Bieringsen weiß auch noch nicht, was sie von den speziellen Paarhufern halten soll. Sie lebt sowieso auf einem Bauernhof. Sie hat „Kühe, Kälber, Hunde, Katzen und Pferde“ um sich und war wohl schon bei mancher Geburt dabei. Pippa und Herr Nilsson mit Bruder Knut kommen aus Langenholthausen, wo ein Alpaka-Züchter beheimatet ist.

Nina Kersting-Dunker, Geschäftsführerin der Die Villa – mittendrin gGmbH mit den zwei Standorten ist Alpaka-Fan: „Sind sie nicht hübsch? Die möchte man doch sofort umarmen.“ Für Kersting-Dunker haben die Alpakas „etwas Besonderes“. „Sie vermitteln Ruhe und Gelassenheit“. In der Tat, sind es ruhige und ansehnliche Tiere und gar nicht mal so klein. Locker würden drei Kita-Kinder auf den Rücken passen. Alpaka Pippa hat einen sehr hübschen Pony, der jedem Pferd zur Zierde gereichen würde.

Das 3000 Quadratmeter große Gelände der Kita Villa am Wald – eine einstige Fabrikantenvilla mit Schwimmbad, Teich, Bachlauf, Tennisplatz, Wiese, Wald und Jagdhütte („Villekulla“) ist weitläufig und abwechslungsreich gestaltet: Die drei Alpakas können sich sowohl im Wald als auch auf dem Wiesengelände aufhalten. Sie haben eine Schutzhütte und jede Menge Menschen, die sich kümmern.

Gras, Heu und Kraftfutter (darin sind spezielle Mineralien enthalten) und natürlich frisches Wasser – fertig ist das Alpaka-Paradies. „Neugierig sind sie. Die haben die Jurte erst einmal begutachtet, die wir aufgebaut haben,“ erläutert Kersting-Dunker das Verhalten ihrer Tiere.

Neugier ist dabei eine Eigenschaft, die nicht immer mit dem Fluchttrieb der Herdentiere in Einklang zu bringen ist. Kersting-Dunker und die Erzieherinnen Antja Niggemann und Alma Hermes sind mit dem Verhalten vertraut und geben den Kindern immer Anweisungen für den Umgang mit den Tieren. „Immer einen Fluchtweg offen lassen“, sagt die Erzieherin.

Und Kersting Dunker erläutert den Kleinen immer wieder, nicht zu schnell auf sie zuzugehen, da die Alpakas sonst Angst bekommen würden. Die Kinder begreifen recht schnell, was es bedeutet, ein Fluchttier zu haben. Umgekehrt sind die Alpakas auch lernfreudig. Sie können ihre Menschen durchaus zuordnen.

So erkennen sie Günter Nördtling, der sozusagen die gesamte Kita-Anlage handwerklich hegt und sich auch um die Tiere kümmert. Er hat inzwischen viel über Alpakas gelernt.

Die normalerweise in Peru beheimatete Tierart erfüllt auch pädagogische Zwecke. „Die Kinder sollen generell den Umgang mit Lebewesen erlernen, sie respektieren,“ erläutert Kersting-Dunker eine Aufgabe der Alpakas. Zudem erwäge man, ob man nicht einen Alpaka-Führerschein anbieten soll.

Hinzu kommen Überlegungen, die Tiere zu Therapiezwecken für Kinder einzusetzen, die einen besonderen Förderbedarf haben. „Das ist perspektivisch denkbar,“ sagt Kersting-Dunker. Im Team der Kita gebe es Ergotherapeutinnen und Heilpädagoginnen. Eine mache dabei auch tiergestützte Therapie.

Für die Kinder der Kita sind Pippa, Herr Nielsson und Knut jedenfalls jetzt schon einen Bereicherung.

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