Tierischer Polizeieinsatz

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Tierischer Polizeieinsatz. ▪

NEUENRADE ▪ Sie sind gerissen wie Einbrecher, flüchtig wie Diebe und doch brav wie Lämmer. Ihr Motiv: Durst oder doch nur die pure Neugier?

Fakt ist: Dienstagvormittag brachen sie aus und machten sich auf den Weg zur Südstraße. Anwohner bemerkten sie und alarmierten die Behörden. Polizeikommissar Sebastian Kleine und Polizeikommissarin Annegret Scholz machten sich auf den Weg. Machten die mehr als 20 Flüchtlinge dingfest, trieben sie zusammen und sperrten sie ein. Das Ende einer Flucht – einer tierischen. Denn bei den Streunern handelte es sich um Schafe.

„So was haben wir auch nicht alle Tage“, sagt Sebastian Kleine. Anders ist es für Adolf Isensee. Der Ordnungsamtsleiter kennt die Problematik mit der kleinen Herde: „Mehrmals mussten wir schon ausrücken, um sie wieder einzufangen.“ Mit „wir“ meint er die Polizei, das Ordnungsamt und den städtischen Bauhof. „Das kann es nicht sein. Jeder Tierhalter muss seinen Pflichten nachkommen.“ Während Isensee dies sagte, deutete er auf den Zaun. Der Steck-Schafsdraht war stellenweise eingewachsen, die Wirkung des Elektrodrahtes verpufft. Dazu kam, dass zwei große Speisfässer leer waren und somit die Vierbeiner nichts zu saufen hatten.

Dass so etwas vorkommen kann, sei normal, räumte Isensee ein. Doch die Häufigkeit gehe nicht – „entweder ich hab Tiere und kümmere mich, oder nicht.“

Die Stadt sei jedenfalls nicht dafür zuständig Tiere einzufangen und anschließend die Zäune zu reparieren. „Ich hoffe, dass die Halterin sich besser kümmert. Andernfalls müssen wir künftige Einsätze in Rechnung stellen.“

Nach rund einer Stunde war der Einsatz für die Ordnungshüter erledigt und die rund 20-köpfige Herde wieder hinter Zaun und Riegel. ▪ mc

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