Thomas Hufnagel regiert das Affelner Schützenvolk

Thomas Hufnagel hat es endlich geschafft: Der Affelner sicherte sich mit dem 77. Schuss gestern die Königswürde.

AFFELN - Für Affelner Verhältnisse mussten die Schützen am Sonntag recht lange unter der Vogelstange ausharren, bis ihr neuer König feststand. Fast eine dreiviertel Stunde dauerte es, bis der Nachfolger von Roland Liebig ermittelt worden war.

Doch nicht nur der Zeitfaktor fiel diesmal aus dem Rahmen. Auch der hölzerne Aar, sonst fällt er gerne als großes Stück aus luftiger Höhe herab, hielt den „Einschlägen“ stand. Die Geschossen der Grünröcke zerbröselten den Rumpf zu Sägemehl, bis sich nur noch ein kläglicher Rest auf der Stange halten konnte. Und selten freute sich ein frisch gebackener Schützenkönig so schön und ausgiebig wie Thomas Hufnagel. „Ja, ja, ja! Endlich!“, schrie der Affelner seine Freude über den finalen Schuss lautstark heraus. Immer wieder riss er die Arme in die Höhe und konnte kaum aufhören zu Lachen – eine Freude, die unweigerlich ansteckte. Der Königsanwärter hatte es in den Vorjahren bereits schon einige Male auf die Königswürde abgesehen. Immer wieder hatte er Pech und der nach ihm folgende Schütze landete den Königstreffer. „Das Königsamt gönnt ihm wirklich jeder“, war aus den Vorstandsreihen zu hören.

Dass der Königsvogel sich gegen den Abschuss derart „wehren“ würde, war zu Beginn des Vogelschießens noch nicht abzusehen. Bereits mit dem fünften Schuss sicherte sich Stefan Kemper die erste Insignie: den Apfel. Die folgenden Treffer malträtieren zwar die Flügel, Holz splitterte zuhauf, die linke und rechte Flanke sackten ein – fielen aber noch nicht. „Das geht so schnell. Ich wollte mir noch ein Bier holen“, zeigte sich ein Zuschauer über den raschen Fortschritt überrascht – dennoch sollte es anders kommen, auch wenn Jürgen Schlotmann mit dem 19. Schuss das Zepter abschoss und ein schnelles „Ende“ vermuten ließ.

Gegen 10.20 Uhr konnte der rechte Flügel den Geschossen nicht mehr Stand halten und brach mit dem 31. Schuss ab. Thomas Hufnagel hatte zum ersten Mal seine Treffsicherheit unter Beweis gestellt. Der 34. Schuss köpfte zwar die einst prächtige Königstrophäe, doch der Rumpf zucke noch kein bisschen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits ein Trio gebildet, das seine Ambitionen auf den Königstitel deutlich machte. Dennoch war es erneut Thomas Hufnagel, der sich auch die Krone sicherte.

Danach mussten sich die Schützen zunächst in Geduld üben. Zwar splitterte mächtig viel Holz, doch der „Zerrupfte“ wollte noch nicht nachgeben – bis zum 50. Treffer, der Thomas Hufnagel auch den rechten Flügel sicherte. Bei den Königsanwärtern Thomas Hufnagel, Jürgen Schlotmann und Bernd Levermann machte sich leichte Frustration breit. Jeder Schuss ein Treffer, doch der klägliche Rest des Vogels wollte nicht fallen. Die Jungschützen wusste, was in dieser Situation angebracht war: Mit aufmunternden Rufen trieben sie das Trio an – bis zum finalen 77. Schuss, als lautstarker Jubel unter den zahlreichen Zuschauern auf der Stummel losbrach und der frisch gebackene König auf den Schultern ins Schützenheim getragen wurde. Die Proklamation des Königspaares war somit die erste „Amtshandlung“ des neuen Regenten der Affelner Schützenbruderschaft St. Petrus und Paulus.

Von Susanne Riedl

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