Neuenrader Gastronomen ziehen Bilanz

+
Die Neuenrader Gastronomen zeigten sich über die Entwicklung der Touristenzentralen zufrieden.

Neuenrade - In der kommenden Woche ist Neuenrade auf der Touristik-Messe in Essen gemeinsam mit den drei anderen Hönnestädten Balve, Hemer und Menden vertreten. Fleißig werden die Neuenrader dann für ihre Stadt trommeln: Klare Sache, dass sie dann auch für das Gertrüdchen Werbung machen. Es gilt am Image der Stadt zu feilen und auch etwas für die örtliche Gastronomie zu tun.

Touristen aller Art möchte man in die Hönnestadt locken. Seitens des Stadtmarketingvereins wurde das Werbekonzept vereinheitlicht. Gleichartig gestaltete und informative Flyer sollen die Corporate Identity unterstreichen und auf die touristischen Möglichkeiten Neuenrades und der Umgebung hinweisen. Gewollt sind alle Arten von Touristen, angefangen bei Tagestouristen bis hin zu jenen, die im Rahmen eines Wochenendes nach Neuenrade kommen. Dazu zählen jene, die Neuenrade als Basis für weitere Ausflüge nehmen: Moutainbiker und Wanderer, Gertrüdchen- und Schützenfestbesucher.

Ein Indikator für die aktuelle touristische Bedeutung Neuenrades ist die Statistik des Landesamtes für Information und Technik, die jährlich die Übernachtungsstatistik liefert. Die aktuellen Zahlen zeigen dabei einen Zuwachs bei den Übernachtungen von immerhin knapp drei Prozent. Waren es 2013 noch rund 17 800 Gästeübernachtungen, so hat sich das im vergangenen Jahr auf immerhin knapp 18 400 erhöht. Fast 2500 Übernachtungen gab es dabei von Gästen aus dem Ausland. Die mittlere Aufenthaltsdauer aller Gäste liegt dabei bei etwa zwei Tagen. Ausgewertet wurden dabei die Daten von Betrieben mit mindestens zehn Betten. 164 Betten gibt es in dieser Kategorie insgesamt in Neuenrade. Wieviel bei den Übernachtungen nun Touristen oder Geschäftsleuten zuzuordnen sind, ergibt sich nicht aus der Statistik.

Nimmt man die Statistik als Grundlage und vergleicht sie mit Nachbarstädten, so gibt es für Neuenrade sicher noch Luft nach oben. So liegt die Zahl bei den Übernachtungen in Nachrodt-Wiblingwerde bei rund 24 000. Die Gemeinde ist gerade einmal halb so groß wie Neuenrade. Und Altena mit mehr als 26 000 Übernachtungen und rund einem Tag längerer Aufenthaltsdauer steht auch nicht schlecht da.

Dabei hat Neuenrade durchaus touristische Anziehungspunkte in der Nähe wie Hönnetal oder die Sorpe, welche nur fünfzehn Autominuten entfernt liegt, hinzu kommen gepflegte Wanderwege. Immerhin gibt es in Neuenrade mehr Übernachtungen als in Plettenberg und ähnlich viele Übernachtungen wie in Menden. Welches Potenzial die Sorpetalsperre hat, ist an den Übernachtungszahlen von Sundern zu sehen: Rund 175 000 Übernachtungen zählt man hier für 2014. Die Zahl der Hotels mit mehr als zehn Betten liegt hier bei 35.

Stellungnahmen örtlicher Gastronomen

Wie dem auch sei: Engelbert Groke, Chef des Hotel-Restaurants Kaisergarten, sieht den aktuellen Zuwachs von plus drei Prozent bei den Übernachtungen recht gelassen. Das seien normale Schwankungen schätzt er. „Der Umsatz ist in etwa gleichgeblieben im Vergleich zu 2013“. Ein ähnliches Bild bietet das recht neue Hotel am Maibaum in Küntrop. Geschäftsführerin Beatrix Tönnesmann verweist ebenfalls auf gleichbleibenden Umsatz

Im Henblas freut man sich aber über ordentliche Zuwächse. „Wir verzeichnenen eine gute Entwicklung, der Umsatz ist hochgegangen und wir können im großen und ganzen zufrieden sein“. Das Gros der Übernachtungsgäste bilden dabei allerdings Monteure und Geschäftsleute. Doch: Zuwächse gab es demnach durch den Höhenflug. Doch auch Kundschaft aus Plettenberg gibt es für das Henblas. Und sonst? Im großen und ganzen fühlt sich Inhaberin Petra Hollex-Leach gut vertreten durch die Aktivitäten von Stadt/Stadtmarketingverein.

Heinz Friedriszik, Gastronom, Vorsitzender des Ortsvereins des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes und Projektgruppenleiter der entsprechenden Stadtmarketinggruppierung, verweist darauf, dass es auch darum geht, das bisherige Potenzial zu halten. Beim Blick in Richtung Sorpe sieht er eher wenig Möglichkeiten - im Gegenteil. Man müsse aufpassen, dass durch die Investitionen bei den Hotelbetrieben an der Sorpe nicht noch Gäste aus dem Raum Neuenrade/Balve abgezogen würden. Friedriszik sieht jedoch noch Möglichkeiten in Sachen Attraktivitätssteigerung in Neuenrade. Dazu freut er sich über den Ausbau des Radwegenetzes, sieht aber auch den Erhalt des Neuenrader Freibades als wichtig an. Verstärkte Aktivitäten in Sachen Wanderweg Höhenflug hält er zudem für sehr sinnvoll. Da müsse mehr passieren.

Von Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare