Thema Entsorgung auf politischer Agenda

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Auswirkungen des Neuenrader Mülltourismus? Die FWG regt eine Überprüfung des Wiege-Systems an. ▪

NEUENRADE ▪ Die Fraktion der FWG befasst sich derzeit intensiv mit der Müllverwertung in Neuenrade und stellt eine umfassende Anfrage an Rat und Verwaltung. Dabei geht es um die anstehenden neuen Regelungen mit den Wertstofftonnen aber auch um das Müll-Abrechnungssystem in Neuenrade angesichts des angeblichen „Neuenrader Mülltourismus“.

Zunächst möge sich die Verwaltung mit den seitens der Bundesregierung geplanten Neuregelungen befassen. Demnach soll bis 2015 durch eine neue Wertstofftonne der Gelben Sack ersetzt werden. „In den neuen Tonnen sollen neben Verpackungen auch Kunststoffe und Metallgegenstände aus den Haushalten entsorgt werden“. Das mache die neue Wertstofftonne eben höchst wertvoll.

Bereits jetzt sei bei etlichen Kommunen eine Debatte darüber entbrannt, wer künftig an den wertvollen Stoffen im Müll verdienen dürfe. Da sei Basis für neue Verhandlungen zwischen den Kommunen und den meist privaten Entsorgern, heißt es in der FWG-Anfrage: Um hier frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen, stellt die FWG-Fraktion die Anfrage an den Rat der Stadt Neuenrade, „in wie weit bereits jetzt überlegt werden könnte, diese Wertstoffe selbst hier in Neuenrade zu vermarkten oder die Kosten-/Ertragssituation mit den Entsorgern neu zu verhandeln“. Auch stellt die FWG die Frage, ob es denn nicht sinnvoll sei sich mit den Nachbarstädten zu einem Verbund zusammenzuschließen und eine Strategie zu entwickeln. FWG-Fraktionschefin Ruth Orthaus-Echterhage sieht hier Möglichkeiten Einnahmen zu erzielen oder eben die Kosten zu senken.

Orthaus-Echterhage verweist auf den wachsenden Markt der Recycling-Industrie und die Tatsache, dass jedes Müll trennende Haushaltsmitglied quasi zum ehrenamtlichen Mitarbeiter einer Milliardenschweren Industrie mutiere. Bisher finanzierte sich das System über Abfallgebühren und den Grünen Punkt. Im Müll steckten jedoch Rohstoffe mit wachsendem Wert angesichts schwindender Ressourcen. Recycelte Abfälle machen bereits heute rund 13 Prozent der Rohstoffe in Deutschland im Gegenwert von knapp neun Milliarden Euro aus. Und künftig werde es mit dem neuen System noch mehr werden.

Darüber regt die FWG an, dass sich der Rat mit dem derzeitigen Müll-Abrechnungssystem befasse. „Wie bekomme man die wilden Müllkippen und den vielfach „beschworenen“ Neuenrader Mülltourismus, der uns von vielen Seiten berichtet wird, in den Griff? Sie stellen die Frage, ob man nicht mit dem Wiege-Müllsystem, die illegale Entsorgung von Müll in unserer Landschaft fördere? Gedanken machen möge man sich, ob es Haushalte in Neuenrade gebe, die kaum Rest-Müll produzierten oder ob es einen Mülltourismus in unsere Nachbarstädte gebe, der sich dort beziffern lasse? Und man müsse sich die Frage stellen, ob das Neuenrader Müll-System noch gerecht sei. Schließlich will die FWG wissen, ob über Maßnahmen gegen die „wilden“ Müllkippen nachgedacht wird. ▪ vdB

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