Interkulturelle Woche

Theaterstück lässt Jugendliche diskutieren

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Im Verlauf der Handlung entspinnt sich eine höchst wechselhafte Beziehung zwischen Joscha (Lars Hartje) und seiner Mitschülerin, der gläubigen Muslimin Melek (Hannah Drill).

Neuenrade - Viel Stoff für Diskussionen hat die Aufführung „Wir waren mal Freunde“ am Montag in der Aula der Hönnequell-Schule geliefert. Im Publikum saßen hauptsächlich Schüler.

Das Berliner Ensemble Radiks zeigte das Theaterstück im Rahmen der interkulturellen Woche, die am gleichen Tag zu Ende ging.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der 16-jährige Joscha, der einem Obdachlosen das Leben rettet. Zunächst als Held gefeiert, gerät er jedoch schnell in den Verdacht, das im Bau befindliche Asylwohnheim, in dem der Obdachlose schlief, angezündet zu haben.

Joscha schweigt zu den Vorwürfen, um seine Schwester Marion zu schützen, die er der Tat verdächtigt und die offenbar Kontakt zur rechten Szene hat. Mehrfach äußert sich Marion kritisch zum Thema Asyl. Joscha selbst wird in der Folge von vielen seiner Mitschüler ausgegrenzt und gemieden.

Gesellschaftliche Themen im Fokus

Die im Stil eines Krimis angelegte Geschichte gewinnt zusätzlich an Facetten, als Joscha im Rahmen eines Schulprojektes mit der gläubigen Muslimin Melek zusammenarbeiten soll. Zwischen beiden entwickelt sich eine höchst wechselhafte Beziehung.

Immer wieder rücken Themen wie soziale Werte, Fremdenfeindlichkeit und die unterschiedlichen Lebensentwürfe der jungen Menschen, die früher einmal Freunde waren und sich immer weiter voneinander entfernt haben, in den Vordergrund.

Zum ersten Mal standen am Montag die jungen Schauspieler Hannah Drill und Lars Hartje gemeinsam auf der Bühne, die die verschiedenen Figuren des Stücks verkörperten.

Die Darsteller brillierten bis zum Schluss

Beide brillierten bis zum Schluss, nachdem ein schneller, als Rap angelegter Schlagabtausch zwischen Joscha und seiner Schwester Marion gewissermaßen den Höhepunkt bildete. Immer wieder banden die Künstler das Publikum ein, das hauptsächlich aus Siebt- bis Zehntklässlern der Hönnequell-Schule bestand.

Den Schlusspunkt der etwa einstündigen Vorstellung bildete eine Diskussionsrunde mit allen Zuschauern, die sich zudem in ein Gästebuch eintragen konnten. „Die Schüler haben sich überraschend meinungsstark zu Wort gemeldet“, befand anschließend Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann.

Damit die Lehrer mit ihren Schülern die Themen der Vorstellung reflektieren können, stellt das Ensemble Radiks begleitende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

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