Eintauchen in die Welt der Grimmschen Märchen

Mit viel Liebe zum Detail waren die Hintergründe und beweglichen Figuren gestaltet. - Fotos: Jentzsch

NEUENRADE - „Oh, ist der aber schön“, sagte ein junges Mädchen, das am Sonntagnachmittag die Scherenschnitt-Aufführung des Theaters der Dämmerung verfolgte und von dem goldenen Vogel begeistert war, der da über die Leinwand flog.

Die Kunst des Scherenschnitts ist alt, richtig alt, wahrscheinlich so alt wie die Herstellung des Papiers. Dass man ganz wunderbar Geschichten mit ausgeschnittenen Figuren, gezielter Lichtsteuerung, einer Leinwand und jeder Menge kreativer Energie erzählen kann, das hat das Theater der Dämmerung am Sonntagnachmittag bewiesen. Im Gegensatz zu den typischen Veranstaltungen in der Villa am Wall, bekam das generationenübergreifend besetzte Publikum diesmal ein gänzlich anderes Bühnenbild zu sehen. Eine Bühne im eigentlichen Sinne gab es diesmal nicht. Die beiden Scherenschnitt-Künstler stellten sich anfangs zwar kurz ihrem Publikum vor, verschwanden sodann hinter einer schwarzen Wand. Wirklich verschwunden waren sie natürlich nicht, verliehen ihren Märchen-Figuren aus dem Hintergrund eine Stimme, hauchten ihnen Leben ein. Friedrich Raad las den original belassenen Märchentext aus „Der goldene Vogel“ von den Gebrüdern Grimm so theatralisch, dass es den staunenden Kindern auf den gepolsterten Plätzen auf dem Fußboden direkt vor der Leinwand leicht fiel, in die Grimmsche Märchenwelt abzutauchen.

Dorthin wo sich die drei Königskinder auf die Suche nach einem ganz besonderen Vogel machten. Einem goldenen Vogel, der im Garten des Königspalastes jede Nacht einen Apfel vom Baum stahl. Bei der Suche nach dem Vogel erlebten die drei Brüder so manche Geschichte. Im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern hatte der Jüngste im Bunde einen Helfer: den Fuchs. Dieser gab ihm wichtige Tipps, half ihm nach Kräften und ließ ihn hin und wieder sogar auf seinem Schwanz mitreisen.

Das Märchen begeisterte die Kinder, bescherte aber auch den Erwachsenen einen äußerst unterhaltsamen Abend. Besser kann man die Kunst des Scherenschnitt-Theaters wohl kaum inszenieren. Den Applaus hatte sich das Künstlerduo mehr als verdient. - von Markus Jentzsch

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