„The Gregorian Voices“ erzeugen pure Mystik

Etwas mehr als die Konturen der Sänger waren in der Kirche zu erkennen. Mystisch sollte die Atmosphäre anmuten.

NEUENRADE ▪ Papst Gregor der Große hätte seine helle Freude an den Musikern gehabt, die am Sonntagabend die St. Marien-Kirche in Neuenrade mit ihren gewaltigen Stimmen beschallten. Nach ihm sind die kirchlichen Gesänge benannt, die der Chor „The Gregorian Voices“ in Perfektion präsentierte.

„Gregorianik meets Pop“ lautet der Titel der Tour, auf der sich die russischen Sänger derzeit befinden. Das Konzert in Neuenrade sei das vorletzte des Ensembles in Deutschland, informierte der Chor.

„The Gregorian Voices“ zählen zu den Besten ihres Faches. Allein die Inszenierung ist schon einen Besuch wert – auf das Wesentliche reduziert aber dadurch um so wirkungsvoller. Mystisch sollte die Atmosphäre sein und dafür wurde das Licht in der Kirche radikal gedimmt, so dass ein wenig mehr als die Konturen zu erkennen waren. Um so beeindruckender wirkte dann der Gesang, der ganz ohne Verstärkung Gänsehaut-Stimmung erzeugte.

Im ersten Teil des Konzerts stimmten die Mönche klassische Kirchenstücke an, nach der Pause mischten sich dann auch poppigere Passagen ein – ohne jedoch den Charakter der Gregorianik zu verwässern.

Im schwachen Licht vor dem Altar stellten sich die außergewöhnlichen Sänger im Halbkreis auf und ließen zur Begrüßung Kyrie - Gloria erklingen. Sanctus - Agnus Dei und das „Vater unser“ zählten ebenfalls zum ersten Teil, der passend mit dem harmonischen „Ameno“ endete.

Nach der Pause zählten Hallelujah, Knockin’ on Heavens Door und Sailing zu den bekannteren Werken, die das Ensemble aber ebenfalls in einem düster wirkenden Rahmen präsentierte.

„Die Stimmen sind einmalig“, sagte einer der Zuhörer. Dabei war es unerheblich, ob sich der Chor gemeinsam in den Vordergrund sang oder einer der Solisten „das Wort ergriff“. Kaum zu glauben, welches Volumen die Stimmen der in Roben gekleideten Musiker hervorbrachten. „Ein Genuss“, fügte der Besucher hinzu, während er sich wunderte, dass die Kirche nicht besser besucht war.

Es mag an den Ferien gelegen haben, dass nicht mehr Menschen den Weg in die Kirche gefunden hatten. Oder an der speziellen gregorianischen Musik, die dem einen oder anderen vielleicht doch einen Tick zu mystisch war. ▪ maj

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